Doch keine Verschiebung in den Juli Rio de Janeiro sagt weltberühmten Karneval komplett ab

Das gab es zuletzt vor dem Ersten Weltkrieg: In Rio de Janeiro fallen die Karnevalsfeiern wegen der Pandemie in diesem Jahr ersatzlos aus. Alles andere, so der Bürgermeister, wäre unsinnig.
Karneval in Rio, anno 2016: Das große Tanzen fällt diesmal aus

Karneval in Rio, anno 2016: Das große Tanzen fällt diesmal aus

Foto: CHRISTOPHE SIMON/ AFP

Rio de Janeiro hat seinen wegen der Corona-Pandemie bislang auf den Juli verschobenen Karneval komplett für dieses Jahr abgesagt. Es sei unsinnig, weiter darauf zu hoffen, dass im Juli die Voraussetzungen für den Karneval bestünden, sagte Rios Bürgermeister Eduardo Paes am Donnerstag. Die nächsten offiziellen Karnevalsfeiern in Rio werden nach seinen Angaben deshalb erst wieder kommendes Jahr stattfinden.

»Im Jahr 2022 können wir – wenn wir alle richtig geimpft sind – das Leben und unsere Kultur mit all der Intensität feiern, die sie verdienen«, sagte Paes. Er stellte zugleich Finanzhilfen für all die Menschen und Vereine in Aussicht, die monatelang an der Vorbereitung des Karnevals gearbeitet hatten.

Der weltberühmte Karneval von Rio findet normalerweise im Februar oder März statt. Wegen der Corona-Pandemie hatten die Sambaschulen, welche die prachtvollen Umzüge organisieren, im September beschlossen, den Karneval 2021 auf den Juli zu verschieben. Dabei hatten sie auf die Entwicklung und Auslieferung von Impfstoffen gesetzt.

Paes bezeichnete es nun jedoch als »unmöglich«, inmitten der fortdauernden Ausbreitung des Virus den Karneval zu organisieren. Brasilien verzeichnet nach den USA die weltweit höchste Zahl von Todesopfern der Corona-Pandemie. In dem südamerikanischen Land wurden bereits mehr als 213.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert.

Der Nachrichtenagentur AP zufolge wurde der Karneval in Rio zuletzt im Jahr 1912 ausgesetzt. Anlass damals war demnach der Tod des brasilianischen Außenministers. Rios Bürgermeisters hatte die Feierlichkeiten daraufhin um zwei Monate verschoben – viele Einwohner der Metropole hätten aber trotzdem gefeiert.

mxw/AFP
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