Corona und Flut Deutsche spendeten 2021 deutlich mehr als davor

Mit 5,8 Milliarden Euro hat das Spendenaufkommen in Deutschland vergangenes Jahr ein Rekordniveau erreicht. Anlässe zu helfen, gab es laut der aktuellen Bilanz des Spendenrats mehr als genug.
Fußgängerzone in Dortmund (Archivbild): Die Zahl der Geber wuchs – und die Beträge waren höher

Fußgängerzone in Dortmund (Archivbild): Die Zahl der Geber wuchs – und die Beträge waren höher

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Bernd Thissen / dpa

Die Coronapandemie und die Flutkatastrophe in Westdeutschland hat die Menschen in Deutschland 2021 dazu veranlasst, deutlich mehr Geld zu spenden als in den Vorjahren. Das geht aus der »Bilanz des Helfens « des Deutschen Spendenrats hervor, die in Berlin veröffentlicht wurde.

Mit etwa 5,8 Milliarden Euro sei das Spendenniveau im Vergleich zum »bereits sehr guten« ersten Pandemiejahr 2020 um sieben Prozent gestiegen, teilte der Verband mit. Das sei das beste Ergebnis seit Beginn der Erhebung im Jahr 2005, die jährlich vom Marktforschungsinstitut GfK im Auftrag des Spendenrats aufgestellt wird.

Der Spendenrat ist der Dachverband von rund siebzig gemeinnützigen Organisationen aus den Bereichen soziale und humanitäre Hilfe, Umwelt und Tierschutz, Kunst und Kultur sowie Denkmalschutz. Die »Bilanz des Helfens« basiert auf Selbstauskünften von 10.000 Menschen.

Besonders großzügig waren die Menschen den Daten zufolge im Zuge der Coronaschließungen. Im Sommer und Spätsommer zeigte sich dann im Zeitraum der Flutkatastrophe ein Spendenplus abgekoppelt von der Pandemiedynamik.

Umfrage: Viele wollen für Menschen in der Ukraine spenden

Am meisten spendete demnach auch im letzten Jahr die Generation 70 plus. Besonders deutlich stieg die Anzahl der Spenderinnen und Spender in der Altersgruppe bis 29 Jahre (um etwa 508.000) sowie in der Altersgruppe 50-59 (plus etwa 259.000).

Insgesamt spendeten rund zwanzig Millionen Menschen in Deutschland nach der Analyse 2021 Geld an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen. Das waren etwa eine Million Geber mehr als 2020. Der Betrag der durchschnittlichen Spende lag um zwei Euro höher und ist bei einem neuen Rekordniveau von 42 Euro angekommen. Durchschnittlich spendete jede Spenderin und jeder Spender siebenmal.

In der Jahresbilanz tauchen Spenden für Betroffene des jüngsten Angriffs Russlands auf die Ukraine noch nicht auf. Fast jeder dritte Deutsche will einer Umfrage zufolge wegen des Krieges für die Menschen in der Ukraine spenden. Spendenwillig zeigten sich 30 Prozent der von YouGov befragten Menschen, wie das Institut am Donnerstag mitteilte.

Hilfe für die Menschen in der Ukraine – hier können Sie spenden

13 Prozent der Befragten gaben an, bereits Geld oder andere Dinge für die Ukraine gespendet zu haben. Das Meinungsforschungsinstitut YouGov befragte am 2. März 1424 Menschen. Die Ergebnisse wurden den Angaben zufolge gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine sind nach Angaben der Vereinten Nationen schon mehr als eine Million Menschen aus dem angegriffenen Land geflohen. Vielerorts in Deutschland sammeln Hilfsorganisationen und private Initiativen Geld und Hilfsgüter für vom Krieg betroffene Menschen.

apr/dpa
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