Baden-Württemberg Notlüge eines Vaters sorgt für Schließung von Kinderklinik

Weil ein Vater verschwiegen hat, dass er sich in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten hat, müssen nun Dutzende kranke Kinder ihre Kur in der Gemeinde Villingen-Schwenningen abbrechen.
Nachsorgeklinik Tannheim: 60 Kinder und Jugendliche wurden mit ihren Familien in häusliche Quarantäne geschickt

Nachsorgeklinik Tannheim: 60 Kinder und Jugendliche wurden mit ihren Familien in häusliche Quarantäne geschickt

Foto: Patrick Seeger/ dpa

Er wollte nur das Beste für sein Kind - und schadete am Ende vielen Familien mit schwer kranken Kindern. Weil ein inzwischen positiv auf das Coronavirus getesteter Vater einen Aufenthalt im nordrhein-westfälischen Risikogebiet Heinsberg verschwiegen hat, musste jetzt die Nachsorgeklinik Tannheim für schwer kranke Kinder in Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg) schließen.

Wie die beiden Geschäftsführer am Mittwoch mitteilten, wurde deshalb am Vortag die gesamte Klinik geräumt. 60 Kinder und Jugendliche mit ihren Familien mussten den Aufenthalt im Schwarzwald abbrechen. Auch 160 Mitarbeiter wurden nach Hause geschickt.

"Patienten, Begleitpersonen und Mitarbeiter werden für 14 Tage häuslich isoliert", heißt es auf der Homepage der Klinik. Die Familie des Vaters aus Nordrhein-Westfalen sei eine gute Woche mit anderen Familien zusammen gewesen. Bisher gebe es aber keine weiteren bestätigten Fälle, so die Klinikleitung. Sie spricht von einem "Desaster", das der Vater hätte verhindern müssen, und hofft, dass die Klinik am 6. April wieder den Betrieb aufnehmen kann.

Der Mann habe den Aufenthalt im Risikogebiet im Anmeldebogen wohl verschwiegen, um die Reha für sein Kind nicht zu gefährden. Der Kreis Heinsberg gilt in der Coronakrise deutschlandweit als am stärksten betroffener Landkreis. Am Montag war von einem Labor bestätigt worden, dass der Mann an Covid-19 erkrankt ist. Zuerst hatte der "Schwarzwälder Bote" darüber berichtet.

koe
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