Tipps vom Mönch So ertragen Sie die Quarantäne besser

Seit Jahrhunderten leben Mönche in selbst gewählter Isolation. Was können wir in Zeiten von Corona von ihnen lernen? Benediktinerpater Anselm Grün über das prekäre Gleichgewicht von Nähe und Distanz.
Pater Amseln Grün im Kloster Münsterschwarzach

Pater Amseln Grün im Kloster Münsterschwarzach


Foto: Daniel Biskup

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Pater Anselm Grün, geboren 1945, lebt als Benediktinermönch in einer Abtei im unterfränkischen Münsterschwarzach. Er studierte Philosophie, Theologie und später auch Betriebswirtschaftslehre. Als Autor von rund 300 Büchern mit Millionenauflagen erwarb er sich den Beinamen "Schreibmaschine Gottes". Dem Pater zufolge fließen sämtliche Einnahmen aus seinen Bestsellern, Vorträgen und Seminaren in die Abtei. Als wirtschaftlicher Leiter des Klosters investierte er in Aktien und Fonds, was ihm den Vorwurf einbrachte, Millionen verzockt zu haben. Grün erklärte, das Depot sei in der Finanzkrise 2008 im Minus, zwei Jahre später aber wieder ausgeglichen gewesen. Er kaufe nur Aktien, die ethisch vertretbar seien und habe niemals Spendengelder angelegt.

SPIEGEL: Die Corona-Epidemie verändert das Leben der Menschen massiv. Für Familien bedeutet die Quarantäne oder Ausgangsbeschränkungen ungewohnte Nähe und Enge. Wie damit umgehen?

Grün: Wenn wir alles gemeinsam machen, immer zusammenhocken, führt das zu Aggressionen. Deshalb sollte das Verhältnis von Nähe und Distanz ausgeglichen sein. Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen - allein zu arbeiten, nachzudenken, spazieren zu gehen.

SPIEGEL: Und wenn die Wohnverhältnisse beengt sind?

Grün: Dann muss eine Nische reichen. Man kann lesen, über Kopfhörer Musik hören, abschalten. Wir Mönche haben gelernt, auch in einer Gruppe ganz bei uns zu sein. Dabei hilft es, Schweigezeiten zu vereinbaren, damit nicht ständig einer den anderen stört.

SPIEGEL: Schweigen mit kleinen Kindern dürfte schwierig sein.

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