Applaus für Helfer Der Klang der Dankbarkeit

An Fenstern oder von Balkonen applaudieren seit Tagen Menschen in ganz Europa, um Krankenhauspersonal für den Einsatz gegen das Coronavirus zu danken. In Madrid ließ sich die Polizei etwas Besonderes einfallen.
Bewohner eines Hauses in Köln stehen auf ihrem Balkon und klatschen

Bewohner eines Hauses in Köln stehen auf ihrem Balkon und klatschen 

Foto: Oliver Berg/dpa

Als Zeichen der Solidarität mit dem Krankenhauspersonal, das unter erschwerten Bedingungen gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus kämpft, hallt seit Tagen abends immer wieder Applaus durch die Straßen Europas.

An ihren offenen Fenstern und von Balkonen klatschen die Menschen in verschiedenen deutschen Städten, wie zahlreiche Beiträge im Netz zeigen. Dazu verabredet wurde sich in den sozialen Medien. Ein Post rief dazu auf, der auf WhatsApp, Facebook und Twitter tausendfach weitergeleitet wurde.

Die Aktion hat ihr Vorbild in Ländern wie Italien, Spanien und Griechenland. Dort haben sich in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder Bürger abgesprochen, um den Helfern in der Coronakrise zu danken. Der Rat der 27 EU-Mitgliedstaaten twitterte am Freitag: "Europäer in der ganzen EU zeigen ihre Unterstützung für die Beschäftigten in der ersten Reihe mit täglichem Applaus."

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In Berlin bedankten sich Bürger zudem mit Grußbotschaften auf Transparenten bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Krankenhäusern für ihren Einsatz. Am Vivantes-Klinikum im Berliner Stadtteil Tempelhof etwa hing am Freitagmorgen ein Transparent mit der Aufschrift: "Respekt und Anerkennung für das was ihr leistet". Auf einem weiteren Plakat am Eingang des Krankenhauses stand: "Ein herzliches Dankeschön dem gesamten Krankenhauspersonal".

Bitte um Solidarität

Auch diejenigen, die in der Krise nun in Krankenhäusern, bei Feuerwehr oder Polizei im Einsatz sind, haben in den vergangenen Tagen weltweit eine Aktion gestartet: "Wir bleiben für euch hier. Bleibt bitte für uns daheim" stand auf Plakaten, mit denen sich Pfleger, Ärzte und Polizisten fotografierten und die Bilder dann in sozialen Medien teilten.

Fotostrecke

"Bleibt bitte für uns daheim!": Appell an die Vernunft

Foto: Krankenhaus St. Barbara Schwandorf

In der spanischen Hauptstadt Madrid bedankte sich bei dem medizinischen Personal eine Berufsgruppe, die ebenfalls nicht zu Hause bleiben kann: die Polizei. Sirenen und Hupen mischten sich vor einem Krankenhaus unter das Klatschen.

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"Glatter Hohn"

Die abendliche Klatschaktion kommt allerdings nicht überall gut an. Auch in Paris wurde applaudiert: Viele Menschen standen an ihren Fenstern oder auf ihren Balkonen und klatschten, pfiffen oder riefen "Bravo". Auf Videos im Netz war auch zu sehen, wie in anderen Städten - etwa in Toulouse oder Marseille - applaudiert wurde. Zu der Aktion war zuvor in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #OnApplaudit (auf Deutsch etwa: "Wir applaudieren") aufgerufen worden.

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Für die Tageszeitung "Le Parisien" zeigt sich darin das widersprüchliche Verhalten der Franzosen in der Coronakrise. Sie kommentierte am Freitag: "Gestern Abend um 20 Uhr haben Hunderte Pariser und Pariserinnen in der Straße, die an unserer Zeitung vorbeiführt, minutenlang applaudiert, um die Verdienste der Pflegekräfte zu würdigen. Noch am selben Nachmittag hatten Dutzende von ihnen (den Parisern) ein paar Meter weiter am Ufer der Seine gejoggt, flaniert oder ein Sonnenbad genommen." Sie hätten die Gefahr und das Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken oder es zu verbreiten, missachtet. Deshalb sei es glatter Hohn, dass man vortäusche, Pflegekräfte zu unterstützen, indem man in die Hände klatsche.

cop/dpa
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