Ausgangsbeschränkungen Was ist noch erlaubt?

Bund und Länder haben sich auf gravierende Einschränkungen der persönlichen Freiheit geeinigt. Was jetzt noch erlaubt ist: die Übersicht.
Straße in Berlin (Symbolbild)

Straße in Berlin (Symbolbild)

Foto: Maja Hitij/ Getty Images

Gilt eine Ausgangssperre in Deutschland?

Nein. Aber: Mehr als zwei Menschen dürfen sich nicht zusammen draußen aufhalten - es sei denn, es sind Angehörige aus dem gemeinsamen Haushalt. Also mit einem Freund, einer Freundin spazieren gehen ja - zu dritt nicht. Zu allen anderen soll man, wo immer möglich, einen Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern einhalten.

Was gilt für die eigene Wohnung?

Generell sollen Kontakte zu anderen außer den Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum reduziert werden. Ausdrücklich genannt ist die Zwei-Kopf-Regel für drinnen in dem Beschluss von Bund und Ländern  aber nicht. Gruppen feiernder Menschen sind aber auch in Wohnungen nicht gestattet.

DER SPIEGEL

Wie hoch sind die Strafen?

Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht werden. Bundesweite Vorgaben zu Strafen gibt es nicht: Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben Zahlungen von bis zu 25.000 Euro festgelegt. "Von Strafhöhen oder Ordnungsgeldern ist heute nicht gesprochen worden", sagte Bundeskanzlerin Merkel bei Verkündung der Maßnahmen. Aber: Es handele sich nicht um Empfehlungen, sondern Regeln - mit Folgen bei Nichteinhaltung.

Was ist draußen noch erlaubt?

Joggingrunden, Toben mit den eigenen Kindern oder Gassi-Gänge zum Beispiel. Also Sport und Bewegung an der frischen Luft - aber nicht in Gruppen. Der Weg zur Arbeit oder zur Notbetreuung der Kinder bleibt erlaubt, Einkäufe, Arztbesuche, zu nötigen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere.

Wie sieht es mit der Gastronomie aus?

Restaurants, Cafés, Bars - alles muss geschlossen werden. Allerdings: Essen darf man sich nach Hause liefern lassen oder es abholen und zu Hause essen. Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios müssen geschlossen bleiben.

Schon vorher hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, folgende Betriebe zu schließen: öffentliche und private Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbäder, Fitnessstudios, Spielplätze, Bars, Klubs, Diskotheken, Kneipen, Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen, Messen, Ausstellungen, Kinos, Freizeit- und Tierparks, Spezialmärkte, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen, Bordelle. Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen sind ebenfalls verboten.

Dürfen Länder und Kreise darüber hinaus gehen?

Ja, vielfach gelten auch schon schärfere Regeln. In Bayern zum Beispiel darf nur mit Angehörigen des eigenen Hausstands an die frische Luft gegangen werden.

Das heißt: In anderen Bundesländern darf man sich draußen zum Sport mit einem Freund oder einer Freundin treffen, die oder der nicht in der Wohnung lebt - in Bayern ist das nur mit Mitgliedern des Hausstands erlaubt .

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Wie funktionieren die bisherigen Beschränkungen für draußen?

Überwiegend gut, wie die Behörden berichteten. Ob in Frankfurt, Essen, Hamburg oder an der Spree im Berliner Regierungsviertel: Auch am Sonntag waren meist nur einzelne Menschen, Paare oder Familien mit Kindern zusammen unterwegs.

Es gab jedoch auch immer wieder Verstöße. In Neuruppin zum Beispiel löste die Polizei am Wochenende gleich sechs größere Feiern von Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf. In Bayern gab es bis Sonntagnachmittag bei 25.000 Polizeikontrollen 500 Beanstandungen.

jpz/dpa