Neue Strategie in der Corona-Pandemie Berliner sollen Kontaktpersonen künftig selbst informieren

Berlin setzt auf mehr Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger. Der Grund: Die Ämter könnten angesichts steigender Infektionszahlen "nicht immer sofort" mit allen Betroffenen in Kontakt treten.
Coronakrise in Berlin: Behörden fordern angesichts steigender Zahlen mehr Eigenverantwortung

Coronakrise in Berlin: Behörden fordern angesichts steigender Zahlen mehr Eigenverantwortung

Foto: HAYOUNG JEON/EPA-EFE/Shutterstock

Angesichts der Vielzahl von Corona-Infizierten und der damit einhergehenden Überlastung der Gesundheitsämter in Berlin setzen die Behörden auf eine neue Strategie. Deshalb gilt für Infizierte und Kontaktpersonen in Berlin künftig bereits ohne individuelle amtsärztliche Anordnung eine Pflicht zur Selbstquarantäne, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD).

Menschen mit positivem Testergebnis sind in Berlin deshalb nun aufgerufen, sich auch ohne Kontakt zum Gesundheitsamt so schnell wie möglich in häusliche Isolation zu begeben. Zudem sollen sie Kontaktpersonen rasch über die Infektion informieren, damit diese sich in Quarantäne begeben können. Die neuen Regeln sollen den Bürgern durch eine Informationskampagne vermittelt werden. Kalayci rief alle Menschen dazu auf, angesichts der aktuellen Pandemiesituation ihre sozialen Kontakte zu beschränken und sich "zurückzuhalten".

Neuköllns Vize-Bezirksbürgermeister Falko Liecke (CDU) sagte nach den Beratungen mit der Senatorin, der "Überlauf" von Fällen bei den Gesundheitsämtern sei inzwischen derartig hoch, dass er auch mit zusätzlichem Personal nicht mehr ohne Zeitverzug abgearbeitet werden könne. Die Ämter könnten deshalb "nicht immer sofort" mit allen Betroffenen in Kontakt treten.

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Man setze nun stärker auf die Eigenverantwortung von Infizierten und ihren Kontaktpersonen, sagte Kalayci. Bei Corona-Tests und der Kontaktnachverfolgung liege der Schwerpunkt bei Risikogruppen, etwa Personal und Patienten in Krankenhäusern und Pflege oder obdachlosen Menschen. "Das heißt nicht, dass die anderen Kontakte nicht nachverfolgt werden", sagte Kalayci. "Dort wird es aber etwas Zeit kosten." Amtsärzte hatten den Strategiewechsel gefordert.

bbr/dpa/AFP

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