Statistisches Bundesamt Kein Babyboom durch Coronamaßnahmen

Die Pandemie hatte bislang offenbar wenig Auswirkungen auf die Familienplanung der Menschen in Deutschland. Nur in einem Monat wurden deutlich mehr Kinder geboren.
Rund 315.000 Babys erblickten zwischen von Januar bis Mai 2021 das Licht der Welt (Symbolfoto)

Rund 315.000 Babys erblickten zwischen von Januar bis Mai 2021 das Licht der Welt (Symbolfoto)

Foto: Fabian Strauch / dpa

Zu Beginn der Corona-Kontaktbeschränkungen wurde immer wieder über einen Babyboom spekuliert – schließlich hätten Paare mehr Zeit füreinander und weniger Möglichkeiten für Freizeitbeschäftigungen außerhalb des Hauses. Nun zeigt sich: Die Maßnahmen hatten kaum Auswirkungen auf die Geburtenrate.

Die Zahl der Geburten in Deutschland von Januar bis Mai 2021 ist nur leicht gewachsen, teilte das Statistische Bundesamt  mit. Mit rund 315.000 Babys stieg die Zahl der neugeborenen Mädchen und Jungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,4 Prozent.

Einen deutlichen Anstieg habe es nur im März gegeben mit rund 3700 (sechs Prozent) Babys mehr als im Vorjahresmonat. In den übrigen von der einsetzenden Coronapandemie geprägten Monaten sei die Entwicklung unauffällig gewesen.

»Die Coronamaßnahmen und deren Lockerung in der ersten Jahreshälfte 2020 haben sich offenbar nicht unmittelbar auf die Familienplanung ausgewirkt«, sagte die Demografieexpertin im Statistischen Bundesamt, Olga Pötzsch. »Während des ersten Lockdowns und auch in den Sommermonaten wurden weder deutlich mehr noch deutlich weniger Kinder gezeugt als im Jahr 2019.« Die hohe Geburtenrate im März 2021 ging laut Pötzsch auf Schwangerschaften zurück, die mit dem Abflachen der ersten Coronawelle und den ersten Lockerungen der Kontaktbeschränkungen im Mai 2020 begonnen hatten.

Auch die Merkmale der Eltern veränderten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur wenig. 32 Prozent der Eltern waren nicht verheiratet, im Vorjahr waren es 33 Prozent gewesen. Für 46 Prozent der Mütter handelte es sich um die erste Geburt, 36 Prozent hatten bereits ein Kind und 18 Prozent zwei oder mehr Kinder in der Familie. Dies entsprach laut Statistikamt der Familienzusammensetzung im Vorjahreszeitraum.

bbr/dpa/AFP
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