Coronakrise Spanier ehren Gesundheitspersonal mit landesweiten Ovationen

Spanien ist heftig von der Coronakrise betroffen, das medizinische Personal arbeitet unter schweren Bedingungen. In den Städten haben sich nun Tausende Menschen verabredet, um Ärztinnen und Pflegern zu danken.
Familie auf Balkon in Ronda: Solidarischer Applaus für Spaniens medizinisches Personal

Familie auf Balkon in Ronda: Solidarischer Applaus für Spaniens medizinisches Personal

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JON NAZCA/ REUTERS

In Spanien haben sich Tausende Bürgerinnen und Bürger abgesprochen, um den Helfern in der Coronakrise zu danken. In mehreren Städten traten die Menschen rund um 22 Uhr an die Fenster oder auf die Balkone, um Ärzten, Sanitätern, Krankenpflegern und anderen Helfern zu applaudieren.

Unter anderem die spanische Zeitung "El País"  veröffentlichte Videos aus Städten, in denen die Ovationen deutlich zu hören sind. Auto- und Busfahrer sollen zudem Hupkonzerte veranstaltet haben. In sozialen Netzwerken wurde Medienberichten zufolge zu der Aktion aufgerufen, auf Twitter trendete in Spanien der Hashtag #AplausoSanitario. Wie "El País" berichtet, war die Aktion unter anderem in Madrid, Valencia, Barcelona, Sevilla und Murcia zu vernehmen.

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6000 Menschen in Spanien infiziert

Vor allem das Personal in Kliniken und Krankenhäusern behandelt die an Covid-19 erkrankten Menschen unter sehr schweren, oft dramatischen Bedingungen. Nach Italien ist Spanien das von der Krise am stärksten betroffene Land Europas, die Zahl der Coronavirus-Fälle steigt seit Tagen sprunghaft an. Nach einer Bilanz des Gesundheitsministeriums vom Samstagabend hatten sich bereits mehr als 6000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, die Zahl der Todesfälle lag bereits bei fast 200.

Deswegen rief die spanische Regierung am Samstag den nationalen Notstand aus. Die Coronakrise bedürfe außerordentlicher Entscheidungen, sagte Premierminister Pedro Sánchez. Demnach gibt es eine landesweite Ausgangssperre, die Menschen dürfen ihre Häuser und Wohnungen nur noch verlassen, um zur Arbeit zu gehen oder Nahrung einzukaufen. Alle Geschäfte mit Ausnahme von Lebensmittelläden und Apotheken werden geschlossen. Zudem wird der Zugverkehr reduziert. "Wir müssen alle zusammen gegen das Coronavirus kämpfen", sagte Sánchez.

In Italien hatte es zuvor ähnliche Aktionen von Bürgern gegeben, auf Videos in den sozialen Netzwerken war beispielsweise zu sehen, wie Menschen von ihren Balkonen die italienische Nationalhymne sangen oder improvisierte Konzerte spielten.

hba/dpa
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