Statt Kurzarbeit Freies Klinikpersonal soll in Altenheimen aushelfen

Der Chef der Stiftung Patientenschutz fordert, freie Kapazitäten aus Krankenhäusern in Altenheimen einzusetzen. Dort spielten sich aus Mangel an Personal "dramatische Szenen" ab.
Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung Patientenschutz

Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung Patientenschutz 

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Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat zur Sicherstellung der Versorgung in der Coronakrise gefordert, dass in Kliniken verfügbares Personal notfalls bei der ambulanten Versorgung und in Heimen aushelfe. "Es ist absurd, wenn jetzt erste Krankenhäuser Kurzarbeit für ihr nicht ausgelastetes Personal erwägen", sagte der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Gleichzeitig spielten sich in Altenheimen aus Personalmangel "dramatische Szenen" ab. "Wir brauchen also Brücken statt Mauern zwischen Krankenhaus und ambulanter Versorgung", sagte Brysch.

"Wir brauchen in jeder Kommune einen Pool, in dem Mediziner und Pfleger aus Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen mit niedergelassenen Ärzten und Altenpflegekräften zusammenarbeiten." Diese Teams müssten dorthin geschickt werden, wo die Not am größten sei. Bisher werde streng zwischen stationär und ambulant unterschieden. Eine solche Trennung sei in Krisenzeiten fatal.

In den vergangenen Tagen starben etliche Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Mindestens 17 Patienten sind in einem Wolfsburger Pflegeheim gestorben. Niedersachsen verhängte daraufhin einen Aufnahmestopp für alle Pflegeheime

jpz/dpa
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