Corona-Studie zu Großveranstaltungen Forscher suchen Freiwillige für Tim-Bendzko-Konzert

Wissenschaftler der Universitätsklinik Halle wollen untersuchen, wie hoch das Corona-Ansteckungsrisiko bei Massenveranstaltungen ist. Dazu laden sie zu einem besonderen Konzert.
Tim Bendzko bei einem Konzert in Hamburg (2018)

Tim Bendzko bei einem Konzert in Hamburg (2018)

Foto: Georg Wendt/ DPA

Wie sicher sind Großveranstaltungen in Corona-Zeiten? Bei einem Konzert mit dem Singer-Songwriter Tim Bendzko ("Keine Maschine") wollen Forscher der Uniklinik Halle mehr darüber herausfinden. Derzeit werden 4000 gesunde Freiwillige zwischen 18 und 50 Jahren gesucht, die am 22. August ein Konzert des Berliner Musikers in Leipzig besuchen wollen, teilten die Projektverantwortlichen mit .

Erste Ergebnisse der Studie werden vier bis sechs Wochen später erwartet. Während des Projekts gelten strenge Hygieneregeln. Die Probanden sind etwa verpflichtet, sogenannte FFP2-Masken zu tragen.

Hauptziel der Forscher ist es, ein mathematisches Modell zu entwickeln, mit dem das Risiko eines Corona-Ausbruchs nach Großveranstaltungen in Hallen berechnet werden kann. Zudem soll ermittelt werden, mit wie vielen anderen Menschen ein Konzertbesucher auch bei der Anreise in Kontakt kommt.

Alle fünf Sekunden die Kontakte messen

"Die größte Herausforderung - glaube ich - wird die Datenauswertung", sagte Projektleiter Stefan Moritz. "Denn wir werden über einen ganzen Tag hinweg alle fünf Sekunden die Kontakte zu allen anderen Probanden im Umkreis von 30 Metern messen." Laut den Projektbeteiligten ist es die erste Studie dieser Art in Deutschland.

Konkret sollen bei dem Konzert drei Szenarien durchgespielt werden. Es soll einen Ablauf geben, wie er vor der Coronavirus-Pandemie stattgefunden hätte: mit zwei Eingängen in die Arena Leipzig, ohne Abstandsregeln und Hygienevorschriften. Danach wird ein Szenario mit einem strengeren Hygienekonzept, mehr Eingängen und deutlich größeren Abständen durchgespielt. "In Szenario drei wird auf den Zuschauertribünen ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten. Hier sind nur noch knapp 2000 Probanden beteiligt", heißt es.

Finanziert wird das knapp eine Million Euro teure Projekt zum Großteil von den Ländern Sachsen-Anhalt und Sachsen.

kko/dpa
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