Verdacht auf Coronavirus nicht bestätigt Bahnsperre am Brenner aufgehoben

Der Zugverkehr zwischen Österreich und Italien am Brenner läuft wieder. Er war stundenlang eingestellt gewesen, weil es einen Verdacht auf Coronavirus-Infektionen bei zwei Reisenden aus Deutschland gegeben hatte.
Gestoppter Zug auf den Gleisen am Brenner Bahnhof

Gestoppter Zug auf den Gleisen am Brenner Bahnhof

Foto: Matthias Schrader/ dpa

Ein Coronavirus-Fehlalarm hat am Sonntagabend den Zugverkehr zwischen Italien und Österreich mehrere Stunden lang lahmgelegt. Zwei Eurocitys auf dem Weg von Venedig nach München wurden von den österreichischen Behörden am Brenner gestoppt.

Grund: Einer der Züge hatte zwei deutsche Frauen an Bord, die Fieber und starken Husten hatten. Sie wurden aber nach Angaben des österreichischen Innenministeriums in Verona negativ auf das Virus getestet. Vor der Weiterfahrt kurz vor Mitternacht wurden die rund 500 Passagiere - die meisten aus Deutschland und Österreich - in einem der beiden Züge zusammengesetzt. Die Menschen hatten stundenlang am Brenner warten müssen. Sie wurden in dieser Zeit von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) verpflegt.

Am frühen Montagmorgen erreichte der Eurocity 1288 dann den Hauptbahnhof in München. Zahlreiche Passagiere - vereinzelt mit Gesichtsmasken - verließen den Zug. Der Brenner ist die wichtigste Bahnstrecke von Italien nach Deutschland.

Reisende gehen in München am Eurocity aus Venedig vorbei

Reisende gehen in München am Eurocity aus Venedig vorbei

Foto: Lino Mirgeler/ dpa

Am Sonntag hatte die italienische staatliche Eisenbahngesellschaft die ÖBB über die möglichen Fälle informiert. Bereits zu diesem Zeitpunkt war ein Teil des Zuges isoliert worden. Die österreichischen Behörden bestanden darauf, dass zwei Ärzte an Bord gehen.

Von der zwischenzeitlichen Sperre des Zugverkehrs über den Brenner war auch ein Fernzug von Nizza nach Moskau betroffen. Er wurde laut ÖBB über eine andere Route umgeleitet. Ein Regionalexpress aus Österreich in Richtung Italien kehrte am Abend um.

Züge zwischen Deutschland und Italien sollen am Montag planmäßig verkehren

Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass der Zugverkehr mit Italien an diesem Montag wieder planmäßig verläuft. Das sagte ein Sprecher des Unternehmens am Sonntagabend in Berlin.

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Italien hatte zuvor angekündigt, mit drastischen Maßnahmen wie Sperrzonen die rasante Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 zu stoppen. Mehrere Gemeinden in Norditalien wurden abgeriegelt, damit das Virus nicht auf die Wirtschaftsmetropole Mailand, das Touristenzentrum Venedig und andere Regionen übergreift. Der Karneval in Venedig werde genauso wie alle Sportveranstaltungen abgesagt, kündigte Regionalpräsident Luca Zaia an. Museen und Schulen sollen in der gesamten Region Venetien bis zum 1. März geschlossen bleiben. Der Karneval hätte eigentlich noch bis Dienstag laufen sollen.

Die Zahl der Infizierten lag am Sonntagabend bei mehr als 150, damit ist Italien das Land mit der höchsten Zahl an bestätigten Erkrankten in Europa. Die meisten kamen aus der Lombardei, wo zehn Gemeinden in der Provinz Lodi zu Sperrzonen erklärt wurden. Die Zahl der Todesopfer stieg auf drei.

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Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

yer/aar/dpa
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