Droge im Job Crystal Meth erobert deutsche Büros

Es hat den Ruf als Party- und Straßen-Droge - doch nach SPIEGEL-Informationen ist Crystal Meth auch im Berufsleben stark verbreitet. Laut einer Studie des Gesundheitsministeriums greifen zudem oft Schüler und Studenten zu den Amphetaminen. Drogenexperten sind beunruhigt.
Sichergestelltes Crystal Meth (Archivbild): Droge mit breitem Nutzerspektrum

Sichergestelltes Crystal Meth (Archivbild): Droge mit breitem Nutzerspektrum

Foto: Arno Burgi/ dpa

Hamburg - Crystal Meth ist eine Droge mit üblem Ruf und schweren Langzeitfolgen. Trotzdem wird die Substanz immer beliebter - auch in Nutzergruppen abseits der typischen Drogenszenen. Zu diesem Schluss kommt nach SPIEGEL-Informationen eine vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebene Studie über Konsumenten dieses Stoffes.

Es ist die erste öffentlich geförderte Crystal-Meth-Studie in Deutschland. Sie soll in der kommenden Woche von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), veröffentlicht werden. Wissenschaftler des Hamburger Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung haben herausgefunden, dass die Hälfte der Crystal-Konsumenten außer der "angenehmen Wirkung der Substanz" den Beruf als Motiv für ihren Konsum angeben.

Ein Drittel der Befragten nennt "Schule und Studium" als Grund, zu Crystal Meth zu greifen. Als eine weitere Risikogruppe haben die Forscher "konsumierende Eltern" ausgemacht. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung hat sich vorgenommen, anders als ihre Vorgängerin offen über Methamphetaminmissbrauch in Deutschland zu sprechen: "Wir brauchen mehr Aufklärung", fordert sie. (Lesen Sie im aktuellen SPIEGEL mehr zum Thema Crystal Meth).

Es gebe "Hinweise auf eine Ausweitung der Droge aus dem deutsch-tschechischen Grenzgebiet bis hin in grenzfernere Regionen, insbesondere in deutsche Großstädte". Probleme gab es bisher vor allem in angrenzenden Bundesländern wie Sachsen oder Bayern.

Crystal ist eine synthetische Droge und wirkt zunächst oft leistungssteigernd - macht aber auch schnell abhängig. Für die Nervenzellen ist Crystal hochgiftig. Vor allem der Langzeitkonsum kann zu Nervenschäden, Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen, Zahnausfall, Herzproblemen, Hautentzündungen und Psychosen führen.

Laut Bundeskriminalamt wurden 2012 insgesamt 2556 Menschen erstmals wegen der Droge bei den Behörden auffällig, das waren 51 Prozent mehr als im Jahr davor.

jok
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