Dänemark Luftwaffe tötet Rudolf und entschädigt Weihnachtsmann

Rudolf ist tot. Das Rentier starb an einem Schock, nachdem ein dänischer Jagdflieger mit ohrenbetäubendem Lärm über ihn hinwegflog. Der Weihnachtsmann sucht jetzt ein neues Zugtier.


Kopenhagen - Wie das dänische Fernsehen berichtete, erhält Weihnachtsmann Olovi Nikkanoff 30.000 Kronen (rund 4000 Euro) Schadenersatz. Ein Tierarzt hatte festgestellt, dass sein Rentier "Rudolf" am 15. Februar starb, weil es durch den Lärm des Jagdflugzeugs einen Schock erlitt. Von dem Geld will sich Nikkanoff, der auf der Insel Fyn in Zentraldänemark die Kinder als Weihnachtsmann aufsucht, ein neues Rentier kaufen.

Nikkanoff hatte eine Beschwerde an die Luftwaffe geschickt. "Wir bekamen einen Brief von Santa Claus über den Tod seines Rentiers, und wir haben ihn sehr ernst genommen", sagte Militärsprecher Morten Jensen. "Wir zahlen gerne eine Entschädigung, wenn die Kinder auf der Welt jetzt pünktlich ihre Geschenke bekommen."

Für Dänemarks Kinder ist die Nachricht von Rudolfs Tod natürlich hart - obwohl der Weihnachtsmann dort nicht denselben Rang hat wie beispielsweise in Schweden oder Norwegen. Der Mann mit der Zipfelmütze heißt in Dänemark Julemanden, aber viel zu sagen hat er nicht. Traditionell bestraft er keine ungehorsamen Kinder und auch die Geschenke bringt er nicht. Zum ersten Mal gesichtet wurde er überhaupt erst 1932 - in einem Kaufhaus in Kopenhagen. Geschenke bringende Weihnachtsmänner wie Nikanoff dürften eher in Tradition des amerikanischen Santa Claus stehen.



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