Dänemark Regierung will bei misshandelten Heimkindern um Entschuldigung bitten

Jahrzehntelang wurden Kinder im dänischen Heim Godhavn misshandelt. Nun kündigte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen eine offizielle Entschuldigung an. Opfer hatten das schon lange gefordert.

Ministerpräsidentin Mette Frederiksen: "Wir können nicht ändern, was passiert ist."
Francois Lenoir/REUTERS

Ministerpräsidentin Mette Frederiksen: "Wir können nicht ändern, was passiert ist."


Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen will im Namen ihres Landes offiziell bei misshandelten Heimkindern um Entschuldigung bitten. Die Politikerin hatte diesen Schritt seit Längerem versprochen.

Die Behörden hätten nichts getan, als einige der verwundbarsten Kinder der Gesellschaft misshandelt worden seien, hieß es in einer Mitteilung der Regierung. "Wir können nicht ändern, was passiert ist. Aber wir können und müssen daraus lernen", wird die Ministerpräsidentin darin zitiert. "Deshalb ist es höchste Zeit, dass wir den Opfern eine Entschuldigung geben", sagte Frederiksen.

Von 1946 bis 1976 waren Kinder im Knabenheim Godhavn physischen, psychischen und auch sexuellen Übergriffen ausgesetzt gewesen, ohne dass der Staat eingegriffen hatte. Erst im Jahr 2005 waren die Fälle durch eine Dokumentation des dänischen Rundfunks ans Licht gekommen.

2011 legte ein Untersuchungsbericht das gesamte Ausmaß offen. Seitdem fordern die Opfer eine offizielle Entschuldigung. Diese ist nun für eine Veranstaltung im Sommersitz Marienborg am 13. August geplant.

bbr/dpa

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