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Auftritt des Ministerpräsidenten auf der Kieler Woche Daniel Günther grölt Partysong »Layla«

Auf zahlreichen Volksfesten wurde der Gassenhauer »Layla« wegen seines sexistischen Inhalts verboten. Auf der Kieler Woche wird er gespielt – und der schleswig-holsteinische Ministerpräsident singt ihn auf der Bühne.

Daniel Günther gilt bei Leuten, die ihn kennen, als Mann mit einem Faible für moderne Gassenhauer. Feierwütig sei er, der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, heißt es in seinem Umfeld.

Als der Christdemokrat bei der Landtagswahl im vorigen Jahr mit sagenhaften 43,4 Prozent im Amt bestätigt wurde, tanzte er zu später Stunde ausgelassen bei einer Wahlparty. Und schmetterte den Song »Helikopter 117« (»Mach den Hub Hub Hub«). Nun hat er einen Auftritt beim Volksfest »Kieler Woche« hingelegt, der mutmaßlich noch Wellen schlagen dürfte.

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Am Donnerstag, so bestätigten dem SPIEGEL Parteikreise, feierte Günther im bayerischen Zelt, stieg auf die Bühne – und grölte zumindest Teile des Songs »Layla« mit. Ein Lied, das wegen seiner offenkundig sexistischen Untertöne stark umstritten ist. Bei anderen Volksfesten wurde es bereits verboten, wie etwa in Würzburg oder auf der Düsseldorfer Rheinkirmes.

Günther 2022: »Kein Lied, das ich auf meiner Party spielen würde«

Doch Günther, so belegen es Videoclips, störte sich daran offenbar nicht – und sang erstaunlich textsicher: »Ich hab n’ Puff. Und meine Puffmama heißt Layla. Sie ist schöner, jünger, geiler.« Bisher hat sich Günther zum Auftritt nicht geäußert. Eine SPIEGEL-Anfrage läuft.

Scharfe Kritik kam aus der Opposition im Kieler Landtag. SPD-Fraktionschef Thomas Losse-Müller sagte dem SPIEGEL: »Ich halte es für unangemessen, dass der Ministerpräsident auf großer Bühne singt, dass er Bordellbesitzer wäre.« Der Vortrag sei »mit der Würde des Amtes, das Herr Günther bekleidet, unvereinbar«.

Im vorigen August hatte Günther in der »Bild« zu dem Song gesagt: »Es wäre kein Lied, das ich auf meiner Party spielen würde.« Probleme aber habe er mit dem Text nicht. »Das Lied war sicher nicht gedacht, um einen Literaturnobelpreis zu gewinnen, sondern um zu unterhalten.«

CDU-Vize Karin Prien, in Günthers Kabinett Bildungsministerin, äußerte sich vergangenen Sommer deutlich kritischer. Sie schrieb bei Twitter: »Was für ein sexistischer, geschmackloser Text. Braucht kein Mensch. Aber verbieten, nein.«

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Es ist nicht das erste Mal, dass die Christdemokraten wegen des »Layla«-Songs anecken. Die Junge Union (JU) in Hessen wurde scharf kritisiert, nachdem sie das Lied auf einer Landestagung in Kassel gespielt hatte.

apr/sms