»Dawn raids« vor fast 50 Jahren Neuseelands Regierung entschuldigt sich für rassistische Razzien

In den Siebzigerjahren ging Neuseeland oft brutal gegen Migranten aus anderen Pazifikstaaten vor. Jetzt äußerte Premierministerin Jacinda Ardern »Trauer, Reue und Bedauern«.
Jacinda Ardern trug bei ihrer Rede eine Toga aus Samoa

Jacinda Ardern trug bei ihrer Rede eine Toga aus Samoa

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Fiona Goodall / Getty Images

Neuseelands Regierung hat sich am Sonntag für das oft brutale Vorgehen der Behörden gegen Migranten von anderen Pazifikinseln in den Siebzigerjahren entschuldigt. Bei den als »Dawn Raids« (Morgengrauen-Razzien) bekannt gewordenen Vorgängen war die Polizei gezielt gegen zumeist nicht weiße Menschen aus Pazifikstaaten vorgegangen, deren Aufenthaltserlaubnisse abgelaufen waren.

Die Betroffenen wurden dabei oft erniedrigend behandelt. Tatsächlich war damals die Zahl der Briten und US-Amerikaner, die ihre Visa überzogen hatten, viel höher als die von Südseeinsulanern, auf die dasselbe zutraf.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatte das Land Zehntausende Migranten ins Land geholt, um seine boomende Industrie zu unterstützen. Regierungsangaben zufolge lebten 1976 fast 65.700 Menschen von den Pazifikinseln  in Neuseeland. Sie wurden zum Ziel von Anfeindungen aus Politik und Presse, als eine Wirtschaftskrise das Wachstum bremste.

Als Premierministerin Jacinda Ardern die formelle Entschuldigung der Regierung im Juni angekündigte, beschrieb der für die pazifische Bevölkerung zuständige Minister Aupito William Sio eine morgendliche Razzia bei seiner Familie, die er als Heranwachsender in Auckland erlebte, als  »traumatisierend «.

»Eine neue Morgenröte«

Bei einer Zeremonie am Sonntag trug Ardern eine typische Toga aus Samoa und sagte: »Ich stehe vor Ihnen als ein Symbol der Krone, die Ihnen vor fast 50 Jahren Unrecht tat.« Einwanderungsgesetze durchzusetzen, sei eine Sache, aber die »Dawn Raids« seien weit darüber hinausgegangen. Die Regierung wolle ihre »Trauer, Reue und Bedauern« zum Ausdruck bringen.

Als Teil der Entschuldigung werde sie Stipendien in Höhe von insgesamt 3,1 Millionen neuseeländischen Dollar  (1,8 Millionen Euro) vergeben und Mittel für das Erziehungswesen bereitstellen, um die Geschichte der »Dawn Raids« zu erzählen. Dies solle den Weg ebnen für »eine neue Morgenröte und einen Neubeginn für die pazifischen Völker Neuseelands«.

mak/dpa
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