Großdemonstration 15.000 Kölner protestieren gegen Rechtsextremismus

Rund 15.000 Menschen sind in Köln gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen.
Demonstranten in Köln: Bunt statt braun

Demonstranten in Köln: Bunt statt braun

Foto: Marcus Simaitis/ dpa

Köln - Tausende Menschen haben in Köln gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit demonstriert. Zur Abschlusskundgebung unter dem Motto "Du bes Kölle - Kein Nazis he op unser Plätz!" kamen nach Angaben von Polizei und Veranstaltern rund 15.000 Menschen. Sieben Wochen nach den Krawallen von Hooligans und Rechtsextremisten setzten sie ein Zeichen gegen den zunehmenden Fremdenhass.

"Wir alle stehen hier, um zu zeigen, dass diese Stadt ein friedliches Bild abgeben kann. Der 26. Oktober war ein schwarzer Tag für uns", sagte Oberbürgermeister Jürgen Roters - er bezog sich dabei auf eine Demonstration der Gruppe "Hooligans gegen Salafisten" (Hogesa) in der Stadt. "Das darf sich auf unseren Straßen nie wiederholen."

Köln zeige mit der Aktion, dass es bunt sei und nicht braun. Bei einer Hogesa-Kundgebung hatte es im Oktober schwere Ausschreitungen gegeben. Mehrere Polizeibeamte wurden verletzt.

Aufgerufen zur der Protestaktion in der Kölner Innenstadt hatte die Initiative "Arsch huh ", die von vielen Kölner Künstlern wie dem Musiker Wolfgang Niedecken und dem Kabarettisten Jürgen Becker unterstützt wird. Die Bläck Fööss traten gemeinsam mit ihrem ehemaligen Frontmann Tommy Engel auf. Die Kölsche Band Brings erinnerte zusammen mit dem deutschen Rapper Eko Fresh in einem Lied an den Nagelbombenanschlag in der Keupstraße im Jahr 2004, der dem "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) zugeschrieben wird.

Kabarettist Becker sagte bei der Schlusskundgebung, Köln sei kein Einzelfall: "Hier gibt's genauso viel rechte Säcke, Neonazis und Ausländerfeinde wie in jeder anderen Großstadt Deutschlands."

isa/dpa