DLRG Rettungsschwimmer melden weniger Badetote

Der Sommer war fürs Baden bislang nur mäßig geeignet. Das spiegelt sich auch in Zahlen: Bis Ende Juli 2020 starben weniger Menschen im Wasser als im Vorjahr. Weiterhin sterben mehr Männer als Frauen.
Seenotretter der DLRG in einem Schnellboot

Seenotretter der DLRG in einem Schnellboot

Foto: Uwe Anspach/ dpa

Die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken in Deutschland geht weiterhin zurück: In den ersten sieben Monaten dieses Jahres starben mindestens 192 Menschen beim Baden, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mitteilte .

Das sind 63 weniger als im Vorjahreszeitraum. "Der Frühling und die ersten Sommermonate in diesem Jahr waren bislang doch eher verhalten, und das spiegelt sich in den erfassten Zahlen wider", teilte Achim Wiese, Pressesprecher der DLRG, mit.

Keine Veränderung gibt es hingegen bei den Orten, an denen Menschen zumeist ertrinken. So ereignen sich die meisten Unfälle noch immer im Binnenland - insbesondere an ungesicherten Badestellen. Mindestens 178 Personen kamen dort ums Leben. Das sind über 90 Prozent. 

Sehen Sie hier im Video: Wie man sich im Notfall richtig verhält:

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Die meisten tödlichen Badeunfälle gab es mit 35 Personen in Bayern - 32 weniger als im Vorjahreszeitraum. In Nordrhein-Westfalen gab es 26 Opfer zu beklagen, 15 weniger als im Vergleichszeitraum, und in Niedersachsen 24, vier weniger.

Es kamen zumeist Männer ums Leben. Sie seien oft leichtsinniger und spielten gern mal den Helden, was dann leider allzu oft tragisch ende, teilte Wiese weiter mit. Der Frauenanteil unter den Todesfällen betrug 23 Prozent. Bereits 2019 war die Zahl der Badetoten im Gesamtjahr gesunken.

Ein Anstieg der Zahl der Ertrunkenen durch vollere Küstenabschnitte sowie Flüsse und Seen durch die Corona-Pandemie ist der DLRG bislang nicht aufgefallen.

Baderegeln der DLRG

1. Baden Sie nur, wenn Sie sich wohlfühlen. Duschen Sie sich kühl ab, bevor Sie in das Wasser steigen.

2. Gehen Sie niemals mit vollem oder sehr leerem Magen baden.

3. Nichtschwimmer sollten nur bis zum Bauch in das Wasser gehen.

4. Rufen Sie nicht um Hilfe, wenn Sie nicht in Gefahr sind. Helfen Sie Menschen, die Ihre Hilfe benötigen.

5. Überschätzen Sie Ihre Kräfte nicht.

6. In Gewässern, auf denen Schiffe und Boote fahren, sollten Sie nicht baden.

7. Verlassen Sie bei Gewitter sofort das Wasser und suchen Sie ein festes Gebäude auf.

8. Werfen Sie keinen Abfall in das Wasser, sondern halten Sie die Gewässer sauber.

9. Aufblasbare Schwimmhilfen unterstützen nicht Ihre Sicherheit im Wasser.

10. Springen Sie nur in ein Gewässer, wenn Sie sich sicher sind, dass es frei und tief genug ist.

sen/dpa
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