Schreckschusspistolen oder Signalwaffen Immer mehr Deutsche beantragen Kleinen Waffenschein

Die Zahl der Bürger mit Kleinem Waffenschein ist laut einem Medienbericht gestiegen - auf gut 640.000. In zwei Bundesländern leben demnach besonders viele Besitzer.

Kleiner Waffenschein (Symbolbild): 640.000 Deutsche haben ihn
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Kleiner Waffenschein (Symbolbild): 640.000 Deutsche haben ihn


Immer mehr Deutsche bewaffnen sich: Rund 640.000 Bürger dürfen eine Schreckschusspistole tragen - das sind rund 30.000 mehr als Ende 2018, wie die "Rheinische Post" berichtet. Die Zeitung hat dazu nach eigenen Angaben bei den Innenministerien aller 16 Bundesländer angefragt.

Wer den Kleinen Waffenschein besitzt, darf etwa Schreckschusspistolen oder Signalwaffen tragen (lesen Sie hier mehr darüber). Prinzipiell kann jeder Volljährige die Erlaubnis bei der Waffenbehörde beantragen. Voraussetzungen sind die Zuverlässigkeit des Antragstellers und eine ausreichende körperliche und geistige Eignung.

Im nationalen Waffenregister waren Ende des vergangenen Jahres 610.937 Scheine registriert. Die Quote der Besitzer ist dem Bericht zufolge in Schleswig-Holstein (9,6 Scheine auf 1000 Einwohner) und im Saarland (9,2) am höchsten.

"Trügerische Sicherheit"

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, hatte bereits Anfang 2019 vor Problemen wegen der steigenden Zahl von Schreckschusswaffen gewarnt. "Solche Waffen suggerieren eine trügerische Sicherheit oder auch höhere Verteidigungsbereitschaft", sagte er. "Genau das kann eine Lage eskalieren lassen und den Nutzer möglicherweise selbst zum Straftäter machen."

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums vom Jahresanfang steigt auch die Zahl anderer Schusswaffen: 2018 waren es demnach knapp 5,4 Millionen Waffen und Waffenteile - 27.000 mehr als im Jahr davor. Die meisten davon sind Langwaffen, also etwa Jagdgewehre oder Flinten.

jpz/dpa



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