Frühlingswetter Mindestens zehn Motorradfahrer über Ostern bei Unfällen gestorben

Am sonnigen Osterwochenende sind zahlreiche Motorradfahrer auf deutschen Straßen tödlich verunglückt. Sie waren teilweise zu schnell unterwegs oder wurden von Autofahrern übersehen.

Jeder fünfte Verkehrstote in Deutschland war Motorradfahrer
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Jeder fünfte Verkehrstote in Deutschland war Motorradfahrer


Wenn ein Verkehrsunfall tödlich endet, trifft es häufig Motorradfahrer. Allein über das Osterwochenende starben mindestens zehn Menschen bei Motorradunfällen. Einige von ihnen wurden von Autofahrern übersehen oder waren mit zu hoher Geschwindigkeit unterwegs, teilte die Polizei mit. An zahlreichen anderen Orten in Deutschland trugen Motorradfahrer mehr oder weniger schwere Verletzungen davon.

In Nordrhein-Westfalen waren schon am ersten April-Wochenende sechs Menschen bei schweren Motorradunfällen ums Leben gekommen. Im ersten Quartal 2019 war dort die Zahl der Crashs mit motorisierten Zweirädern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits deutlich gestiegen.

"Viele unterschätzen die lange Anreise oder die anspruchsvollen Strecken"

Bundesweit ist inzwischen mehr als jeder fünfte Verkehrstote ein Motorradfahrer, obwohl deren Anteil an den Verkehrsteilnehmern insgesamt viel geringer ist. Von 3265 tödlich Verunglückten auf Deutschlands Straßen waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Februar im vergangenen Jahr 699 Motorradfahrer.

Zu hohe Geschwindigkeit, mangelnde Kenntnis der Strecken und Selbstüberschätzung sind aus Sicht der Polizei häufige Gründe für schwere Unfälle. Oft verunglückten ortsfremde Fahrer, sagte ein Sprecher der Polizei im Hochsauerland. So kamen 2018 drei Viertel aller Unfallopfer im Sauerland nicht aus dem Kreis, wo der Unfall passierte. Gerade Biker aus dem Ruhrgebiet oder den Niederlanden zieht es bei schönen Wetter dorthin. "Viele unterschätzen die lange Anreise oder die anspruchsvollen Strecken", warnt die Polizei.

Folgende tödliche Motorradunfälle meldete die Polizei seit Karfreitag:

  • Bei Kirchen in Rheinland-Pfalz kam ein 37-jähriger Biker vermutlich wegen zu hoher Geschwindigkeit ums Leben. Der Mann schnitt am Samstagabend eine Linkskurve, musste dann dem Gegenverkehr ausweichen und stürzte, wie die Polizei mitteilte. Er starb noch an der Unfallstelle. Der 37-Jährige hatte keinen Führerschein, das Motorrad war nicht zugelassen.

  • Im niedersächsischen Posthausen geschah nach Angaben der Polizei Verden bereits am Karfreitag ein Verkehrsunfall, bei dem eine 20-jährige Motorradfahrerin starb. Sie war in einer leichten Kurve von der Fahrbahn abgekommen und mit der Leitplanke kollidiert.
  • In Essen nahm ein Autofahrer einem 44-jährigen Motorradfahrer am Samstagabend die Vorfahrt, wie die Polizei mitteilte. Der 44-Jährige erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen.

  • Bei Geislingen (Baden-Württemberg) an der Steige verlor ein 51-Jähriger am Ostersonntag beim Überholen die Kontrolle über seine Maschine, wie die Polizei mitteilte. Er prallte gegen die Leitplanke und wurde auf eine Wiese geschleudert. Ein Rettungshubschrauber flog den Biker in eine Klinik, wo er am Abend starb. Bei Rechberghausen kam ein 69-jähriger Biker ums Leben, als er auf einer Landstraße ein Auto mit Anhänger überholte, das in dem Moment nach links abbog.

  • In der Nähe von Biebergemünd (Hessen) übersah ein abbiegender Autofahrer nach Polizeiangaben einen 48 Jahre alten Motorradfahrer, der stürzte und noch am Unfallort starb. Auf der Autobahn 3 bei Frankfurt am Main stürzte ein 66-jähriger Motorradfahrer aus zunächst ungeklärter Ursache. Er starb später im Krankenhaus.

  • Bei Quedlinburg (Sachsen-Anhalt) geriet ein Motorradfahrer in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn. Dort prallte er frontal mit einem Auto zusammen und starb noch an der Unfallstelle. Ähnlich erging es einem Biker, der am Samstag in der Nähe von Elbingerode im Harz tödlich verunglückte: Er geriet laut Polizei in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn und krachte dort ebenfalls mit einem Auto zusammen.

koe/dpa



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