Umstrittene Coronamaßnahme Skatepark in Dieburg wieder von Rollsplitt befreit

Mit Rollsplitt im Skatepark wollte der Bürgermeister von Dieburg die Coronaregeln durchsetzen. Nun ist der Platz allerdings gesäubert worden. Auch »Querdenker« hatten zu der Aktion aufgerufen.
Skatepark in Dieburg, hier noch mit Rollsplitt: Friedliche Aufräumaktion

Skatepark in Dieburg, hier noch mit Rollsplitt: Friedliche Aufräumaktion

Foto: -- / picture alliance/dpa/5vision

Der Bürgermeister der hessischen Stadt Dieburg, Frank Haus, ließ eine Lkw-Ladung Rollsplitt auf dem lokalen Skatepark verteilen. Damit wollte er die Corona-Schutzmaßnahmen durchboxen und verhindern, dass sich Gruppen von Jugendlichen dort treffen oder skaten. Viele Menschen regten sich allerdings über diese Aktion auf. Nun haben Eltern und Jugendliche den Skatepark in Dieburg eigenhändig vom Rollsplitt befreit, wie mehrere Medien berichten, darunter der Radiosender FFH .

Auf Twitter postete ein User ein Bild des sauber gemachten Platzes mit kleinen Rollsplitthäufchen. Auf den Boden hat jemand geschrieben: »Gruß an den Bürgermeister«. Offenbar verteilten erzürnte Bürger auch Rollsplitt vor dem Rathaus.

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Wer genau hinter der Aufräumaktion steckt, ist unklar. Der Stadt Dieburg sei das nicht bekannt, heißt es in einer Mitteilung des Bürgermeisters Frank Haus: »Es soll sich allerdings weit überwiegend um Personen gehandelt haben, die nicht aus Dieburg stammen.«

Auf Facebook und auch in der »Querdenker«-Szene war zu einer Aufräumaktion aufgerufen worden. Im Telegram-Kanal der »Querdenker« Darmstadt hieß es etwa: »Wie wäre es mit einem gemeinsamen ›Auskehren‹ des Unrats, welcher die Dieburger Stadtobrigkeit unseren Kindern hinkarren haben lassen? Wir sehen uns Donnerstag am Skatepark! (Und bringt Besen, Schaufeln und Schubkarren mit).« Ein Foto des Skateparks zeigt zudem den Hinweis auf die Website eines in der »Querdenken«-Szene beliebten Journalisten.

Aufgrund der gesunkenen Inzidenz habe sich die Stadt dazu entschieden, lediglich die Polizei zur Aufräumaktion zu schicken, aber nicht einzuschreiten, so Bürgermeister Haus. Die Polizei wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern, wer mit aufgeräumt hat und ob sich »Querdenker« an der Aktion beteiligten. Die Aufräumaktion sei friedlich verlaufen, niemand habe gegen die Abstandsregeln verstoßen.

Trotz massiver Kritik verteidigt Bürgermeister Haus weiterhin die Entscheidung, den Rollsplitt verteilen zu lassen. Während der Sperrung des Platzes sei nur vereinzelt gegen die Kontaktbeschränkungen verstoßen worden. Die Polizei soll nun weiterhin beobachten, ob sich die Jugendlichen auf dem Platz an die Corona-Schutzmaßnahmen halten.

kha