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Digitale Verhütung Papst sichert sich Porno-Adresse

Diese Domain ist ihm heilig: Vatican.xxx gehört jetzt dem Papst. Der Pontifex will so verhindern, dass Surfer unter seiner Adresse pornografischen Schweinkram finden. Da ist er nicht der einzige.

Paris - Der Heilige Stuhl hat sich die Rechte an der Internetadresse vatican.xxx gesichert. Damit solle verhindert werden, dass Pornografie-Anbieter die Adresse erwerben könnten. Das berichtet die französische katholische Tageszeitung "La Croix".

Die Adress-Endung xxx verweist künftig im Internet auf pornografische Angebote. Große Unternehmen wie Coca-Cola oder Sony, aber auch der Pariser Louvre haben bereits aus Furcht vor Schmuddelseiten mit ihrem Namen entsprechende Reservierungen vorgenommen.

Die neue Endung xxx war im Januar von der zuständigen Internetverwaltungsorganisation Icann gebilligt worden. Seit dem 6. Dezember können entsprechende Adressen erworben werden. Derzeit läuft noch die Phase, in der bestehende Markeninhaber eine Reservierungsoption wahrnehmen können.

In den USA gibt es Streit über die Beträge, die das Unternehmen ICM Registry für die Reservierungen verlange. Zu zahlen seien dafür zwischen 99 und 300 US-Dollar. In den USA verlange eine Anti-Porno-Initiative vom US-Kongress eine Regelung, wonach allen Unternehmen, die bereits über eine Internetadresse mit der Endung com oder net verfügen, der Erwerb der entsprechenden xxx-Seite für nur 10 US-Dollar möglich sein soll.

Benedikt XVI. hat die Kirche immer wieder aufgefordert, "alle technischen Möglichkeiten zur Verbreitung ihrer Botschaft und zum Kontakt mit den Gläubigen zu nutzen". Der Vatikan ist neuen Kommunikationstechnologien gegenüber sehr aufgeschlossen. Der "Osservatore Romano" erscheint schon seit 150 Jahren, und Radio Vatikan sendet seit Jahrzehnten. Im Sommer schaltete der Papst über sein iPad die Seite news.va frei. Dort sind alle vatikanischen Informationskanäle unter einem Dach vertreten.

jbr
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