Schleswig-Holstein Waldkindergarten zieht wegen Wolfswarnung um

Ein Wolf soll in Schleswig-Holstein Dutzende Schafe gerissen haben. Nun hat der Träger eines Waldkindergartens diesen vorübergehend umquartiert, nachdem er vor dem Tier gewarnt wurde.

Nach einer Warnung vor einem Wolf betreut ein Waldkindergarten in Schleswig-Holstein die Jungen und Mädchen vorübergehend in einem Ausweichquartier. Das sagte Udo Neumann, Regionalvorstand der Johanniter in Schleswig-Holstein Nord/West dem SPIEGEL.

Am Mittwoch habe man eine Warnung von der Amtsverwaltung Burg-St. Michaelisdonn erhalten, dass sich in dem Forst Christianslust in Dithmarschen wohl ein "sehr aggressiver Wolf" aufhalte, der möglicherweise 40 bis 50 Schafe gerissen habe. "Wir haben uns dann präventiv entschieden, dass wir die Kinder, Mitarbeiter und Eltern dem nicht aussetzen wollen", sagte Neumann.

Über die Feiertage sei der Kindergarten ohnehin geschlossen, deshalb habe die Regelung vorerst nur am Donnerstag und Freitag gegolten. Am 2. Januar werde man voraussichtlich zunächst im Ausweichquartier in Burg starten. "Wir werden die Situation auch in Rücksprache mit dem Wolfsbetreuer beobachten", sagte Neumann.

Das Thema Wolf habe den Kindergarten schon länger begleitet. Bereits Anfang des Jahres habe es Schulungen für Kinder und Mitarbeiter für eine mögliche Wolfsbegegnung gegeben. Die Erzieher seien beispielsweise auch mit Trillerpfeifen ausgestattet worden, um das Tier vertreiben zu können. Zum Einsatz mussten diese laut Neumann nicht kommen: "Wir hatten nie eine Begegnung mit einem Wolf."

Grundsätzlich ist das Risiko, dass Menschen von einem Wolf angefallen werden, gering. Seit wieder Wölfe in Deutschland leben, ist kein Zwischenfall dokumentiert, in dem sich eines der Tiere einem Menschen gegenüber aggressiv gezeigt hat.

bbr
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