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DLRG warnt vor Corona-Folgen "Deutschland entwickelt sich zum Nichtschwimmer-Land"

Wegen Corona mussten in den vergangenen Monaten alle Schwimmkurse ausfallen. Nun öffnen viele Schwimmbäder wieder - doch der versäumte Unterricht lässt sich schwer nachholen.
aus DER SPIEGEL 29/2020
Mädchen beim Schwimmtraining

Mädchen beim Schwimmtraining

Foto: Benjamin Nolte / picture alliance / dpa

Wegen der Coronakrise sind nach Schätzung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bereits Schwimmkurse für mindestens 20.000 Anfänger ausgefallen. "Die betroffenen Kinder bleiben vorerst Nichtschwimmer", sagt DLRG-Sprecher Achim Wiese. "Weil es in Deutschland nicht genug Schwimmbäder gibt, können die Kurse nicht einfach nachgeholt werden." Obwohl die DLRG über ausreichend ehrenamtliche Ausbilder verfüge, seien die Wartezeiten für Kurse schon vor dem Lockdown lang gewesen. Die Lage würde sich nun verschärfen. "Deutschland entwickelt sich zum Nichtschwimmer-Land", sagt Wiese. 

Die anstehende Badesaison stellt die Lebensretter vor besondere Herausforderungen. "Wir befürchten, dass es in diesem Jahr mehr Badeunfälle als üblich geben wird", sagt Wiese. Bereits im Sommer 2018 hätte es aufgrund des guten Wetters ungewöhnlich viele Unglücke im Wasser gegeben, so der DLRG-Sprecher: "In diesem Jahr kommt Corona erschwerend hinzu." Weil viele Menschen ihren Urlaub in Deutschland verbrächten, würde es voraussichtlich zu mehr Unfällen in deutschen Gewässern kommen. "Unsere Einsatzkräfte werden viel zu tun haben", sagt Wiese.

Weniger Rettungsschwimmer an den Stränden

Eine weitere Auswirkung der Pandemie sei die mangelnde Bewachung der Strände: "Corona-bedingt kann es passieren, dass wir nicht die gesamten Strandabschnitte an den deutschen Küsten überwachen können", so der DLRG-Sprecher. Durch die Hygiene-Auflagen kämen weniger Einsatzkräfte als sonst in den Küstenorten unter. "Das ist nachvollziehbar, sorgt aber für Probleme", sagt Wiese. So kann der DLRG in Schleswig-Holstein in diesem Jahr beispielsweise nur 2600 Einsatzkräfte unterbringen. Normalerweise überwachten dort 3100 Lebensretter die Strände.

DER SPIEGEL 29/2020

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Experten und Verbände, darunter auch die DLRG, warnen schon länger davor, dass der Anteil an Nichtschwimmern in Deutschland steigt. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DLRG von 2017 können 59 Prozent der Zehnjährigen nicht sicher schwimmen. Den Grund dafür sieht die DLRG unter anderem darin, dass immer mehr Schwimmbäder in Deutschland schließen. Im vergangenen Jahr reichte der Verein deswegen die Petition "Rettet die Bäder" an den zuständigen Ausschuss im Bundestag ein. Vergangene Woche wurde das Anliegen schließlich an die Bundesregierung herangetragen,

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