DNA-Test 13-jähriger Brite doch nicht Vater der kleinen Maisie

Lange rätselten die Briten: Hat Alfie Patten tatsächlich im Alter von zwölf Jahren ein Kind gezeugt? Laut einem Zeitungsbericht beweist ein DNA-Test jetzt das Gegenteil - und wirft die Frage auf: Welcher der sechs anderen potentiellen Erzeuger war es denn dann?


London - Eher unwillig hatte der heute 13-jährige Alfie Patten aus Eastbourne dem Drängen seiner Mutter nachgegeben und sich auf einen Vaterschaftstest eingelassen. Vor der DNA-Analyse hatte der schmale Junge im Brustton der Überzeugung erklärt, er sei der leibliche Vater der inzwischen sieben Wochen alten Maisie Roxanne: "Wenn ich das Ergebnis habe, können sie alle den Mund halten", sagte er.

Der Vater mit dem Babyface: Die britische "Sun" zeigte Bilder von Alfie Patten und der neugeborenen Maisie
AFP

Der Vater mit dem Babyface: Die britische "Sun" zeigte Bilder von Alfie Patten und der neugeborenen Maisie

Pattens Freundin Chantelle war im Alter von 14 Jahren schwanger geworden, nachdem sie laut eigenen Angaben vergessen hatte, die Pille zu nehmen. Alfies Mutter hatte einen DNA-Test in Auftrag gegeben, nachdem bekannt geworden war, dass Chantelle mit weiteren sechs Jungen intim gewesen sein soll. Die 43-Jährige sagte damals: "Alfie hat noch nicht mal im Traum daran gedacht, dass Chantelle ihm untreu sein könnte." Ihr Sohn sei "am Boden zerstört", dass andere Jungen vorgeben, mit dem Mädchen geschlafen zu haben.

Auch Chantelle hatte zunächst die Exklusivität der Beziehung betont. Später erklärte sie gegenüber einer Halbschwester, es kämen noch weitere Jungen als Vater in Frage. Diese Möglichkeit hat sich bestätigt, denn laut dem britischen "Mirror" liegt jetzt das Ergebnis des Vaterschaftstests vor. Demnach ist Alfie nicht der Vater des Kindes.

Der Fall hatte in Großbritannien die Debatte über Teenager-Schwangerschaften angeheizt, die in keinem Land Westeuropas häufiger sind als hier. Der "Boy Dad" habe sich sein Leben versaut, kritisierten Jugendliche in dessen Heimatstadt Eastbourne. Einige Politiker wie der Parteivorsitzende der Konservativen, David Cameron, beklagten den Niedergang der Moral im Lande.

ala



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Seite 1
Klo, 17.02.2009
1.
Zitat von sysopGroßbritannien liegt bei Teenager-Schwangerschaften in Europa weit vorn.Der 13-jährige Jungvater Alfie Patten hat in England eine hitzige Debatte um Teenie-Schwangerschaften und moralischen Verfall losgetreten. Was läuft schief in der Gesellschaftspolitik?
Das ist eine Scheindebatte und alle machen jetzt auf Betroffenheit. In Wirklichkeit ist gar nichts passiert, außer dass 2 geschlechtsreife Menschen in gegenseitigem Einvernehmen Eltern geworden sind. Eine fortgeschrittene, zivilisierte Gesellschaft sollte damit ausnahmsweise mal fertig werden und das ganze nicht dramatisieren. Es gibt schlimmere gesellschaftliche Mißstände. Das Klo.
cf98 17.02.2009
2.
Zitat von sysopGroßbritannien liegt bei Teenager-Schwangerschaften in Europa weit vorn.Der 13-jährige Jungvater Alfie Patten hat in England eine hitzige Debatte um Teenie-Schwangerschaften und moralischen Verfall losgetreten. Was läuft schief in der Gesellschaftspolitik?
Aufklärung?!
Silbendrechslerin 17.02.2009
3.
Zitat von sysopGroßbritannien liegt bei Teenager-Schwangerschaften in Europa weit vorn.Der 13-jährige Jungvater Alfie Patten hat in England eine hitzige Debatte um Teenie-Schwangerschaften und moralischen Verfall losgetreten. Was läuft schief in der Gesellschaftspolitik?
Die Gesellschaft kommt einfach nicht schnell genug hinterher. Die Kinder von heute werden viel schneller "geschlechtsreif" als es noch vor 15-20 Jahren der Fall war. M.E. liegt das daran, dass die Kinder heute Sexualität als etwas sehr Banales vermittelt bekommen. Ich hatte vor einigen Wochen eine Augen-OP und war krank zu Hause, durfte nicht aufstehen und nicht lesen - also habe ich irgendwann den Fernseher wahllos eingeschaltet, nur um mich von meiner Unpässlichkeit abzulenken. Was nachmittags um 13 Uhr auf den Privatsendern geboten wird, hat mich erschrocken. Es ist definitiv nichts für Kinderaugen und -ohren. Aber wer kontrolliert heute noch, was Kinder sich im Fernsehen ansehen - heute, wo die meisten Kinder ihren eigenen Fernseher im Kinderzimmer haben...
ashcroft_house 17.02.2009
4. Das Problem kommt vom Staat selbst
Das eigentliche Problem der Teenagerschwangerschaften in Grossbritannien hat sich der Staat selbst kreiert, junge Eltern bekommen Sozialwohnungen zugesichert, sodass viele Teenager dies fuer sich ausnutzen, um von zu Hause ausziehen zu koennen. Dadurch hat sich dann diese Subkultur von "Chavs" entwickelt, eine Asozialitaet sich in erhoeter Kriminalitaet manifestiert und oft daherruehrt, dass man nunmal keine Kinder erziehen kann, wenn man selbst noch Kind ist...
Polyantha, 17.02.2009
5.
Zitat von cf98Aufklärung?!
Über was? Wie's geht haben sie ja anscheinend gewußt. Und das es sowas wie Verhütungsmittel gibt dürfte den Jugendlichen auch nicht fremd sein.
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