Trump, Schauspieler, Comic-Ente Alles über Donald

In den USA will ein Donald Präsident werden. Was bedeutet der Name? Was halten berühmte Namensvettern von dem Kandidaten? Und vor allem: Was sagen Fans des Donalds aus Entenhausen dazu?

Zwei berühmte Donalds

Zwei berühmte Donalds


Derzeit ist vor allem von einem Donald die Rede. Sein Nachname ist Trump, und er strebt nach dem Amt des US-Präsidenten. Der Amtsinhaber gilt als mächtigste Personen der Welt, und Trumps Vorname würde gut zur Machtfülle passen: Der gälische Name "Donald" heißt so viel wie "Weltherrscher". Höchste Zeit, sich mal intensiver mit damit zu befassen.

Wo kommt der Name Donald her?

Donald wird aus dem Gälischen Domhnall hergeleitet, einer Kombination von "dumno" (Welt) und "val" (herrschen). Im 9. Jahrhundert hießen mehrere Könige der Schotten und Pikten so. Der Clan der MacDonalds (MacDonald heißt wörtlich "Sohn des Donald") entwickelte sich zu einem der mächtigsten Stämme Schottlands. Es gibt sogar einen Heiligen dieses Namens: St. Donald of Ogilvy lebte im 8. Jahrhundert in Schottland. Nach dem Tod seiner Frau gründete er mit seinen neun Töchtern eine christliche Gemeinschaft. Nachdem er selbst gestorben war, traten die "neun Jungfrauen" in ein Kloster ein.

Wie verbreitete sich der Name?

Als Menschen von den britischen Inseln in die USA auswanderten, gingen die Donalds mit - in Amerika waren auch die Kurzformen Don oder Donnie beliebt. In den Dreißiger- und Vierzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts war Donald einer der populärsten Vornamen in den USA, 1934 stand er in der Beliebtheitsliste auf Platz sechs, fast drei Prozent aller neugeborenen Jungen wurden so genannt. Insofern passt es, dass eine der Hauptfiguren in der preisgekrönten Serie "Mad Men" Don Draper heißt.

Jon Hamm alias Don Draper
ddp images/ Intertopics/ LMK Media

Jon Hamm alias Don Draper

Heute ist Donald weit weniger beliebt. Laut "Wall Street Journal" lag der Name im vergangenen Jahr auf Rang 441, insgesamt wurden 690 Kinder so genannt. Künftige Generationen von Namensforschern werden sich sicherlich damit beschäftigen, ob Trumps Kandidatur und Wahlkampf sich auf die Beliebtheit seines Vornamens auswirkten.

Donalds in Deutschland?

Hierzulande "war der Name niemals sonderlich erfolgreich", sagt der Ahrensburger Namensforscher Knud Bielefeld. "Es gibt heute vermutlich weniger als tausend Donalds bei uns. Neugeborene erhalten den Namen wohl ähnlich selten wie den Namen Adolf."

Einer der wenigen deutschen Namensträger ist Donald Dickau, 61, Taxifahrer im fränkischen Erlangen. Wenn Leute nachfragen ("Ronald?"), sagt er sein Standardwitzchen: "Nein. Donald. Wie die Ente." Noch muss er nicht "Nein. Donald. Wie der US-Präsident" sagen. "Aber wer weiß", sagt Dickau.

Ansonsten ist er glücklich mit seinem Namen, der auf einem kleinen Schildchen auf dem Armaturenbrett seines Wagens prangt. "Der Name ist etwas ganz Besonderes. Schon mein Vater und mein Großvater hießen so." Dickau erzählt, dass in der Schule schon mal Entengeschnatter zu hören gewesen sei, als er in den Raum kam. Und früher hätten Fahrgäste immer mal wieder Anspielungen auf Donald Duck gemacht. "Heute assoziieren nur noch die Älteren den Namen mit der Comicfigur. Viele Jüngere kennen Donald Duck kaum noch."

Apropos, was ist mit der Ente Donald?

1934 tauchte Donald Duck erstmals in einem Film auf. Walt Disney hatte die Figur geschaffen, um ein frecheres, lustigeres Gegengewicht zum vorbildhaften Micky Maus zu etablieren. Der gefiederte Pechvogel wurde zu einer der erfolgreichsten Comicfiguren der Geschichte.

Donald Duck
ddp images/ Disney

Donald Duck

"Donald Duck ist jähzornig und wütend, er prahlt gerne, lässt kein Fettnäpfchen aus und es macht ihm einen Heidenspaß, andere zu ärgern", sagt Donaldist Rainer Bechtel, "da gibt es schon Parallelen zwischen Duck und Trump." Kaum einer weiß so viel über Donald Duck wie Bechtel, ehemaliger "PräsidEnte" und heutiger Pressesprecher von D.O.N.A.L.D., der "Deutschen Organisation der nichtkommerziellen Anhänger des lauteren Donaldismus".

Donaldisten befassen sich seit 1977 mit Donald Duck. "Seine Fehler und Schwächen machen ihn so menschlich", sagt Bechtel, "im Gegensatz zum aalglatten, abwaschbaren Micky Maus."

Politiker sind laut Bechtel in den Comics stets als "schweineartige Wesen" dargestellt. "Interessanterweise gibt es eine Geschichte, in der Donald Duck einen goldenen Helm findet, der seinen Besitzer zum Herrscher über Nordamerika macht." Der Helm habe jedoch eine merkwürdige Wirkung auf die, die ihn aufsetzten: "Ein kaltes, böses Funkeln erscheint in den Augen des Trägers." Der Träger der Helmes nehme tyrannenhafte Züge an, werde rücksichtslos und böse. Ein Schelm, wer dabei an Trump denkt.

Was halten berühmte Donalds von Trump?

Donald Tusk, Don Johnson, Don King: Wenig überraschend sind die viele berühmte Donalds älteren Semesters. Von Trump halten die meisten nicht viel. Was genau die Namensvettern sagen - klicken Sie sich durch!

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