Dresden Busfahrer hängte mehrfach provokante Zettel auf

Einsteigen, Sitz einstellen, Nationalität verkünden: Nach diesem Prinzip scheint ein Dresdner Busfahrer seine Dienste begonnen zu haben - nicht nur auf einer Fahrt, wie jetzt bekannt wurde.
Aushang in Dresdner Bus - in gebrochener Schrift und falscher Rechtschreibung

Aushang in Dresdner Bus - in gebrochener Schrift und falscher Rechtschreibung

Foto: Tino Plunert/ DPA

Ein Dresdner Busfahrer hat mit provokanten Aushängen für Empörung gesorgt. Wie eine Sprecherin der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) dem SPIEGEL bestätigte, platzierte der Mann seine Zettel nicht nur in einem Bus, wie zunächst angenommen. Betroffen waren mindestens zwei Fahrzeuge. Auf den Aushängen war zu lesen: "Diesen Bus steuert ein Deutscher Fahrer" - in gebrochener Schrift und falscher Rechtschreibung.

Auf den Fall aufmerksam gemacht hatte ein Fahrgast. Er fotografierte einen der Aushänge und informierte die DVB. "Ich war baff, als ich diesen Zettel beim Einsteigen sah", sagte er laut einem Bericht der "Dresdner Neuesten Nachrichten ".

Nach Angaben der DVB hatte der Fahrgast das Schild zunächst an einem Bus der Linie 90 entdeckt. Danach habe der Fahrer planmäßig den Bus gewechselt und auch im zweiten Fahrzeug einen gleichlautenden Zettel aufgehängt. Schließlich sei er auf der Linie 85 von einem DVB-Mitarbeiter zur Rede gestellt und aufgefordert worden, den Aushang zu entfernen.

"Das können wir in keiner Weise dulden"

Bei dem Fahrer handle es sich um einen Mitarbeiter des Unternehmens Satra Eberhardt, das im Auftrag der DVB fahre, sagte die Sprecherin der Verkehrsbetriebe. Man habe dem Unternehmen mitgeteilt, dass dieser Fahrer nicht mehr eingesetzt werden dürfe. "Das können wir in keiner Weise dulden. Wir stehen für Weltoffenheit und Toleranz."

Derzeit habe man kaum Mitarbeiter aus dem Ausland, aber das ändere sich bald, sagte die DVB-Sprecherin. Weil der Bedarf an Busfahrern groß sei, werde man ab dem Frühjahr neue Kollegen aus Serbien begrüßen. Das Subunternehmen, bei dem der Fahrer angestellt sei, beschäftige bereits heute einige polnische Kollegen.

jki

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.