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27. März 2017, 20:51 Uhr

Die Toten Hosen spielen bei Anti-Pegida-Demo

"Auswärtsspiel"

Punk gegen Pegida: Die Toten Hosen sind bei einem Anti-Pegida-Protest in Dresden aufgetreten. Sänger Campino lobte die Demonstranten für ihren Einsatz.

Mit einem Überraschungsauftritt haben die Toten Hosen bei einer Anti-Pegida-Demonstration in Dresden ein Zeichen gegen rechts gesetzt. Die Düsseldorfer fuhren versteckt auf einem Lastwagen vor der Frauenkirche vor. Ziel der Aktion sei es, dem unermüdlichen Einsatz der Pegida-Gegner Respekt zu zollen, sagte Sänger Campino.

"Im Grunde macht dieses Häufchen von Kämpfern den Job aller demokratisch gesinnten Leute in der gesamten Republik, und kaum einer beachtet das", sagte der Sänger. Gegen die wöchentlichen Pegida-Kundgebungen gehen in Dresden regelmäßig etwa 100 bis 200 Menschen auf die Straße. Der Band-Lkw sei später zum Altmarkt gefahren, berichtete die "Sächsische Zeitung". Dort hätten sich die Pegida-Anhänger versammelt.

In einem Video, das die Zeitung von dem Auftritt veröffentlicht hat, ist zu hören, wie Campino der Menge einheizt: "Es kommt mir so ein bisschen so vor, wie wenn wir mit Fortuna nach Bochum fahren: So ein Häufchen gegen alle. Auswärtsspiel!"

In den sozialen Medien werden die Toten Hosen für ihren Einsatz gefeiert. Die Plattform "Straßengezwitscher", die sich gegen Fremdenhass einsetzt, freut sich über "die etwas andere Minute aus Dresden".

Die Hosen hatten zuvor am Sonntagabend in Chemnitz auf gerade mal 35 Quadratmetern ihre Magical Mystery Tour gestartet - bei einem Wohnzimmerkonzert vor ein paar Dutzend Fans.

apr/dpa

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