Drogenexzess beim Seminar Polizei will ausgenüchterte Heilpraktiker vernehmen

Fast 30 Teilnehmer eines Heilpraktikertreffens bei Hamburg kamen nach einem Drogenexzess ins Krankenhaus. Doch was genau vorgefallen ist, bleibt unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Großeinsatz in Handeloh: 160 Helfer rückten an
DPA

Großeinsatz in Handeloh: 160 Helfer rückten an


Nach dem gefährlichen Massenrausch bei einem Heilpraktikertreffen in der Nähe von Hamburg sollen die Betroffenen in dieser Woche befragt werden. Die Polizei geht davon aus, dass die 24- bis 56-Jährigen kollektiv die Szenedroge 2C-E genommen hatten. Das Untersuchungsergebnis der Blut- und Urinproben werde aber erst in den nächsten Tagen vorliegen, sagte ein Polizeisprecher.

Der Vorfall in einem Tagungshaus im niedersächsischen Handeloh hatte am Freitag einen Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften ausgelöst. 29 Seminarteilnehmer wurden mit Wahnvorstellungen, Krämpfen, Schmerzen, Luftnot und Herzrasen in Krankenhäuser gebracht. Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt gegen sie wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Warum die Teilnehmer Drogen nahmen und was genau passierte, ist nach Angaben des Polizeisprechers unklar. Bisher gehe man von 2C-E aus, weil ein Opfer "spontan" die Droge genannt habe. Wer das Treffen veranstaltet hatte, konnte er nicht sagen. Die Leiterin des Tagungszentrums sagte am Wochenende, es handele sich um eine Gruppe, die bereits mehrfach zu Gast war. Am Montag war sie für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Das Psychedelikum 2C-E ist in Szenekreisen auch als Aquarust bekannt. Es ist seit Ende 2014 in Deutschland verboten. Die Substanz zählt wie Amphetamin zu den Phenylathylaminen, verändert die Wahrnehmung von Farben und Geräuschen und ist ein starkes Halluzinogen. Wer es konsumiert, sieht Dinge, die gar nicht da sind.

sms/dpa



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Seite 1
bernd_lauert_meer 07.09.2015
1.
Ist doch gar nichts passiert. Wer Homöopathie mit Medizin verwechselt, der leidet von Natur aus unter Halluzinationen.
fortunecookie 07.09.2015
2. Massenrausch...
...gibt's überall, mit mehr oder weniger kontrollierter, zentralisierten Drogenabgabe, manchmal sogar auch an Jugendliche: Bierbörsen, Schützenfeste und Co. Frage ist, was gefährlicher ist: ein Rudel Besoffener die ihre Grenzen nicht kennen und sämtliche Hemmungen Richtung halbstaerkigkeit fallen lassen, oder eine Gruppe Halluzinierender, die eventuell auf Ziegen starren ( Achtung Spoiler). Ich bevorzuge letzteres. Es lebe die gesellschaftliche, indoktrinierte Verlogenheit und Lobbyismus. In dem Sinne: Prost ;-)
syn4ptic 07.09.2015
3.
Zitat von bernd_lauert_meerIst doch gar nichts passiert. Wer Homöopathie mit Medizin verwechselt, der leidet von Natur aus unter Halluzinationen.
Naja, ich persönlich möchte das nicht ganz so verallgemeinern. Horrorszenarien und -geschichten gab es auf beiden Seiten der Medaille schon mehr als ausreichend. Für mich gilt grundsätzlich, dass beides seinen Platz hat. Wer meint jedem Schnupfen mit einem chemisch verfeinerten Tablettchen beikommen zu müssen, dessen Nebenwirkungsliste länger ist als mein Unterarm - der sollte vielleicht ebenfalls seine Wahrnehmung überprüfen lassen. :-)
Stäffelesrutscher 07.09.2015
4.
Ich bin mal gespannt, ob die Damen und Herren vernehmungsfähig sein werden oder sich auf eine posttraumatische Belastungsstörung berufen, weil bei ihrer Rettung keine Zuckerkügelchen und Pendel zum Einsatz kamen.
zora81 07.09.2015
5. Ein bisschen Spot schadet nicht
Ich habe mich sehr über die Geschichte amüsiert und möchte mich auf diesem Wege bei den Teilnehmern bedanken!
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