Duisburg Loveparade-Gedenkstätte wiederholt verwüstet

Etliche Male wurde der Erinnerungsort für die Loveparade-Opfer in Duisburg beschädigt. Das Andenken werde "mit Füßen getreten und verwüstet", sagt eine Sprecherin der Hinterbliebenen.
Gedenkstätte der Loveparade in Duisburg (Archivbild)

Gedenkstätte der Loveparade in Duisburg (Archivbild)

Foto: Roland Weihrauch/ dpa

Vor knapp zehn Jahren, am 24. Juli 2010, starben 21 junge Menschen auf der Loveparade in Duisburg im Gedränge. 650 weitere Besucher der Veranstaltung wurden verletzt. Anfang Mai war der jahrelange Rechtsstreit auf der Suche nach den Schuldigen eingestellt worden. Einer der aufwendigsten Strafprozesse der Nachkriegszeit ging ohne Urteil zu Ende.

Kurz nach der Entscheidung Anfang Mai wurde am Ort der Katastrophe eine große Gedenktafel aus Stein zerbrochen, Bilderrahmen mit Fotos von Opfern sowie Tonfiguren zerstört. Die Polizei ermittelte wegen Sachbeschädigung.

Der Verein "Lopa 2010" vertritt seit 2011 die Interessen der Betroffenen. Eine Sprecherin erklärte jetzt, dass die Gedenkstätte für die Opfer wiederholt verwüstet worden sei. Mindestens ein Dutzend Mal sei der Erinnerungsort an der damaligen Zugangsrampe geschändet worden.

"Hinzu kommen fast wöchentlich kleinere Sachen wie umgetretene Kerzen oder Teddybären, denen die Arme ausgerissen wurden", sagte Sarah Vogt der "Rheinischen Post". Für viele Betroffene sei es schwer zu verkraften, "wenn sie sehen müssen, wie ihr Gedenken mit Füßen getreten und verwüstet wird".

Erst im Juni hatte der nordrhein-westfälische Landtag beschlossen, die Hilfe für die Loveparade-Opfer um fünf Millionen Euro aufzustocken. Die frühere Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hatte Opfern und Angehörigen bei einer Gedenkveranstaltung im Landtag ihr Mitgefühl ausgesprochen und sie um Vergebung gebeten.

Kraft war zum Zeitpunkt der Loveparade-Katastrophe gerade zehn Tage im Amt. Noch heute bezeichnet sie den Vorfall als "offene Wunde am Herzen der Stadt und des Landes".

ala/dpa
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