Duisburg-Ticker Bochums Ex-Polizeipräsident will Duisburgs OB anzeigen

Der Schock sitzt tief: Am Tag nach der Loveparade beginnt die Aufklärung der Katastrophe. Aber wie kam es zu dem Unglück? Und wer ist dafür verantwortlich? Verfolgen Sie die Details im SPIEGEL-ONLINE-Ticker.

REUTERS

[22.17 Uhr] Bochums Ex-Polizeipräsident will Duisburgs OB anzeigen

Bochums früherer Polizeipräsident Thomas Wenner, 62, will nach der Loveparade-Katastrophe in Duisburg mit 19 Toten Verantwortliche anzeigen. Wenner sagte auf "Bild.de": "Ich zeige den Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, die leitenden Beamten der Stadt und die Veranstalter an."

Eine Veranstaltung wie die Loveparade sei in einer Stadt wie Duisburg auf einem Gelände wie dem alten Güterbahnhof nie realisierbar. Städte wie Bochum und Duisburg mit ihren engen Bahnhöfen seien für solche Partys nicht geeignet.

Wenner hatte im vergangenen Jahr als amtierender Polizeipräsident die ursprünglich für Bochum geplante Loveparade abgesagt. "Schon im vergangenen Jahr gab es kein vernünftiges Konzept. Ich wollte die Sicherheit nicht opfern auf dem Altar der Spaßgesellschaft. Genau das ist nun geschehen."

Wenner hatte die Entscheidung damals in einem offenen Brief begründet und die Befürworter der Bochumer Loveparade scharf kritisiert. Die Entscheidung gegen Bochum war schließlich unter anderem wegen des zu geringen Fassungsvermögens des Hauptbahnhofes gefallen.

ddp


[19.09 Uhr] Polizei richtet Betreuungsangebot ein

Die Polizei ein Betreuungsangebot für Teilnehmer eingerichtet, die Schwierigkeiten haben, die Ereignisse zu verarbeiten. Wie die Polizei Essen mitteilte, können sich Menschen, die aufgrund ihrer Erlebnisse im Rahmen der Love Parade ein persönliches Betreuungsangebot in Anspruch nehmen möchten, rund um die Uhr telefonisch unter 0201/8298091 melden oder eine Mail an die Adresse betreuungsangebot.loveparade@polizei.nrw.de schicken.

AFP


[18.22 Uhr] Polizeigewerkschaft: Parade "Nummer zu groß"

Aus Sicht des Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, war die Loveparade "einfach eine Nummer zu groß" für Duisburg. Der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" sagte Wendt: "Ich habe schon vor einem Jahr gesagt, dass die Stadt zu eng ist für eine derartige Großveranstaltung."

Auch wenn der Tunnel für die große Zahl von Menschen theoretisch ausreichend gewesen sei, "so hätte man doch bedenken müssen, dass sich die Leute in so einer Situation nicht rational verhalten, sondern aufgeheizt sind und unkalkulierbar werden", betonte der Gewerkschaftschef. Einiges deute darauf hin, dass die Veranstalter sich über Bedenken hinweggesetzt hätten. "Die Stadt Bochum hat solche Einwände ernster genommen und die Loveparade für 2009 abgesagt."

dpa


[17.37 Uhr] Nordrhein-Westfalen flaggt auf Halbmast

In Gedenken an die 19 Toten flaggt das Land Nordrhein-Westfalen auf Halbmast. Das sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Sonntag in Düsseldorf. Die Trauerbeflaggung sei ein Zeichen der Anteilnahme für die Opfer und ihre Angehörigen.

dpa


[16.31 Uhr] Alle 19 Todesopfer identifiziert

Alle 19 Todesopfer sind identifiziert. Wie die Polizei mitteilte, handelt es sich um elf Frauen und acht Männer. Elf von ihnen stammten aus Deutschland, die acht anderen aus dem Ausland. Den Angaben zufolge kommen sie aus Australien, den Niederlanden, Italien, Bosnien-Herzegowina und Spanien. Zudem handelt es sich um eine in Düsseldorf lebende Chinesin. Die deutschen Opfer stammen laut Polizei aus Gelsenkirchen, Münster, Castrop-Rauxel, Bad Oeynhausen, Bielefeld, Mainz, Lünen, Hamm, Bremen, Steinfurt und Osnabrück.

ddp


[16.08 Uhr] DJ: Vierzig Meter entfernt haben die Leute nichts mitbekommen

Der niederländische DJ Charly Lownoise hat mit zwei Kollegen gerade für die Loveparade aufgelegt, als die Massenpanik ausbrach. Er berichtete hinterher im niederländischen Rundfunk, er habe das Drama "wie etwas völlig Surreales" erlebt. "Ich sah Verletzte, Tote und heulende Menschen, die unter Schock standen. Vierzig Meter entfernt waren Leute am Tanzen, die gar nicht mitbekommen hatten, was passiert war. Himmel und Hölle lagen dicht beieinander." Sein Kollege DJ Mental Theo sagte, unter den Feiernden habe sich das Gerücht von einem Bombenanschlag verbreitet.

dpa


[15.25 Uhr] Techno-Pionier Väth fordert Aufklärung

Der Frankfurter Techno-Pionier Sven Väth hat eine lückenlose Aufklärung der Loveparade-Tragöde von Duisburg gefordert. "Absperrungen und Eingrenzungen erscheinen mir persönlich für eine Menschenmenge dieser Größenordnung logistisch nur schwer durchführbar", sagte Väth. Er selbst habe die Veranstaltung immer nur in Berlin erlebt. "Traurig stimmt es mich, dass die Love Parade, die einst als friedliche Demonstration für Musik, Club- und Partykultur weit über unsere Grenzen hinaus bejubelt wurde, nun durch solch eine grobe Fahrlässigkeit ein derart dramatisches und fragwürdiges Ende findet." Väth gehört zu den Mitbegründern der Techno-Bewegung. Heute betreibt der Star-DJ unter anderem einen Club in Frankfurt.

dpa


[15.11 Uhr] Papst betet für die Opfer

Papst Benedikt XVI. hat den Angehörigen der Opfer seine Anteilnahme ausgesprochen. "Unserem barmherzigen himmlischen Vater vertraue ich heute besonders die jungen Menschen an, die gestern in Duisburg auf tragische Weise ums Leben gekommen sind", sagte der Papst am Sonntag in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo beim traditionellen Mittagsgebet. Er fügte hinzu: "Ihren trauernden Angehörigen und Freunden sowie den vielen Verletzten erbitte ich den Trost und Beistand des Heiligen Geistes. Der Herr segne euch alle."

ddp


[14.19 Uhr] 100 Notfallseelsorger kümmern sich um Betroffene

Nach der Massenpanik waren 100 Notfallseelsorger im Einsatz, um sich um Verletzte und Angehörige von Betroffenen zu kümmern. Die ursprüngliche Zahl von 15 Seelsorgern der Evangelischen Kirche sei nach Bekanntwerden des Unglücks auf 50 aufgestockt und dann durch 50 Kräfte der Einsatznachsorge von Polizei und Rettungsdiensten erweitert worden, sagte Jens Peter Iven von der Evangelischen Kirche im Rheinland. Dies sei einer der größten Einsätze in Deutschland gewesen.

Die Notfallseelsorger hätten sich nicht nur um Verletzte und deren Freunde und Familien gekümmert, sondern auch um die Einsatzkräfte. Viele Polizisten hätten angesichts der Enge und der Menschenmassen um ihr eigenes Leben gefürchtet, habe eine Seelsorgerin berichtet. Sanitäter seien schockiert gewesen wegen ihrer Hilflosigkeit. "Sie mussten erkennen, ich bekomme keinen mehr aus der Menge, ich kann nicht mehr helfen", sagte Iven.

ddp


[13.16 Uhr] Tunnel war einziger Zu- und Abgang

Der westliche Tunnel zum Gelände war bis zum Unglück der einzige Zu- und Abgang zur Loveparade in Duisburg. Das sagte der stellvertretende Polizeipräsident von Duisburg, Detlef von Schmeling, am Sonntag auf einer Pressekonferenz. Nach Bekanntwerden der Todesfälle sei der südliche Tunnel geöffnet worden.

ddp


[12:45 Uhr] Zugang zum Gelände offenbar vorher umfangreich geprüft

Die Frage der Zuwege sei vorher mit vielen Sachverständigen und allen beteiligten Behörden geprüft worden, sagte Krisenstabsleiter Rabe. Es sei ein "ausgeklügeltes System" entworfen worden, um weitere Zugänge zu schaffen. Auch dieses System sei durch Sachverständige geprüft worden.

dpa


[12:40 Uhr] Polizei: Können Schusswaffengebrauch nicht bestätigen

"Schusswaffengebrauch kann ich nicht bestätigen - auch nicht die Androhung des Schusswaffengebrauchs", sagte der stellvertretende Polizeipräsident Schmeling. Auch die Bundespolizei wies entsprechende Berichte zurück. Die Zäune um das Gelände des alten Güterbahnhofs seien errichtet worden, um zu verhindern, dass Besucher die A59 oder Gleise betreten konnten. Zudem hätten die Zäune Rettungswege freigehalten.

dpa


[12:33 Uhr] Polizei: Niemand ist im Tunnel gestorben

Von den getöteteten Besuchern ist keiner im Tunnel zum Festgelände ums Leben gekommnen. Das sagte ein Polizeisprecher am Sonntag auf einer Pressekonferenz in Duisburg. 14 seien von einer Metalltreppe an der westlichen Seite des Zugangs gestürzt, zwei seien an einer Plakatwand am Aufgang zum Gelände ums Leben gekommen. Die anderen verstarben im Krankenhaus.

dpa


[12:25 Uhr] Veranstalter schweigen zu Tunnel-Engpass

Die Veranstalter wollten sich nicht dazu äußern, wie der Zugang durch den Tunnel zum Festgelände vor Beginn der Love Parade mit Blick auf die Sicherheit der Besucher bewertet wurde. Der Sprecher der Veranstalter Lopavent, Björn Köllen, verwies auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

dpa


[12:17 Uhr] Staatsanwaltschaft bestätigt Eingang von Strafanzeigen

Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat sofort ein Ermittlungsverfahren eingeleitet", sagte Detlef von Schmeling vom Polizeipräsidium Duisburg. Die meisten Toten seien auf der westlichen Seite der Zugangsrampe gefunden worden. 16 Opfer seien bislang identifiziert, die Angehörigen seien sind informiert. Unter den Opfern befanden sich demnach auch ein Niederländer, ein Australier, ein Italiener und ein Chinese. Es seien bereits zwei Strafanzeigen eingegangen, sagte von Schmeling. Er wollte allerdings nicht bestätigen, dass diese Anzeigen von Seiten der Feuerwehr selbst gestellt worden seien.

dpa


[12:16 Uhr] Britischer DJ kritisiert Veranstalter

Nach der Panik bei der Love Parade hat ein britischer DJ die Veranstalter kritisiert. Der Housemusik-Produzent DJ Mark Knight sagte am Sonntag dem britischen Fernsehsender BBC, er habe "nicht verstanden, warum das Gelände nur einen Eingang hat. (...) Das hat überhaupt keinen Sinn gemacht." Außerdem seien die Teilnehmer der Veranstaltung nicht ausreichend informiert worden. "Vielen Leuten war gar nicht bewusst, was passierte. Es war eine sehr unheimliche Stimmung." Auch er habe seinen Auftritt auf der Hauptbühne nicht abbrechen dürfen, sagte der Musiker weiter. Die Veranstalter hätten ihn aus Angst vor mehr Panik gebeten, sein Programm wie geplant zu spielen. "Wir erfuhren davon, kurz bevor wir dran waren. Sie sagten, die Show müsse weitergehen, wir könnten aus Furcht vor den Konsequenzen und mehr Panik nicht aufhören."

dpa


[12:15 Uhr] Tote waren zwischen 20 und 40

Die 19 Toten waren zwischen etwa 20 und 40 Jahre alt, sagte der Duisburger Polizeipräsident Detlef von Schmeling. Noch sei unklar, wieviele Besucher insgesamt bei der Love Parade waren, die Zahl von 1,4 Millionen könne er zunächst nicht bestätigen. Als einzige feststehende Zahl nannte er 105.000 Menschen, die in der Zeit von 9 bis 14 Uhr per Bahn nach Duisburg kamen.

dpa


[12:13 Uhr] Krisenstab: Veranstaltungsgelände war nicht voll

Der Leiter der Duisburger Krisenstabs, Wolfgang Rabe, erklärte, er habe am Sonntagmorgen alle seine Unterlagen der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt. Vor der Presse wollte er wegen der bereits begonnenen Ermittlungen keine weitere Aussagen machen. Krisenstabsleiter Rabe sagte, der Veranstaltungsplatz auf dem alten Güterbahnhof könne grundsätzlich gut bis zu 300.000 Menschen aufnehmen. Er sei zum Zeitpunkt der Unglücks nicht vollständig gefüllt gewesen. Was dazu geführt hat, dass es zum Stau an der Rampe gekommen ist, sei Teil des Ermittlungsverfahrens und daher nicht Gegenstand dieser Pressekonferenz, stellte Polizeipräsident von Schmeling klar. Die Polizei habe vor dem Unglück eine zweite Zugangsrampe geöffnet, damit der Druck auf den ersten Zugang nachlassen könne.

dpa


[12:10 Uhr] Duisburger OB: "Man kann es nicht in Worte fassen"

Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) hat sich erschüttert gezeigt. "Die Trauer vermag ich nicht in Worte zu kleiden, dieses Unglück ist so entsetzlich, dass man es nicht in Worte fassen kann". Er warnte vor voreiligen Schuldzuweisungen. Die Staatsanwaltschaft müsse ermitteln, den Behörden seien Akten dazu übergeben worden. Er stehe den ermittelnden Behörden voll zur Verfügung. Sauerland bedankte sich bei allen, die bei der Rettung und Hilfe am Samstagabend an ihre Grenzen gegangen seien. Der Oberbürgermeister kündigte Besuche bei den Verletzten im Krankenhaus an.

dpa


[12:02 Uhr] Organisator verkündet Aus für Love Parade

Bei der Pressekonferenz von Veranstalter und Polizei im Rathaus drückte Rainer Schaller sein Beileid aus. Er ist sowohl Organisator der Love Parade als auch Geschäftsführer des Hauptsponsors, der McFit-Kette. "Wir werden alles unternehmen, um die schnelle und lückenlose Aufklärung dieser Tragödie zu unternehmen", sagte er - und verkündete dann das Aus für die Love Parade angesichts der Tragödie. "Worte reichen nicht aus, um das Maß meiner Erschütterung zu erklären", sagte er. "Mir ist alles daran gelegen, die Geschehnisse vollständig aufzuklären."


[11:49 Uhr] Polizei hat vor Love Parade vor zu kleinem Gelände gewarnt

Sicherheitskräfte haben nach Angaben der Deutschen Polizeigewerkschaft bereits vor der diesjährigen Love Parade in Duisburg massive Vorbehalte geäußert. Das Gelände, auf dem die Techno-Party stattfand, sei viel zu klein gewesen, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft, Wolfgang Orscheschek, am Sonntag. Die 19 Toten und 342 Verletzten, die es bei einer Massenpanik am Rande der Love Parade gab, seien "Opfer materieller Interessen" geworden, kritisierte der Gewerkschafter. Die Stadt Duisburg sei bei der Planung von Veranstalterseite derart in die Enge getrieben worden, dass sie trotz "eindringlicher Warnungen aus dem Sicherheitsbereich" nur habe "Ja" sagen können.

ddp


[11:31 Uhr] Veranstalter stellen Trauertext auf Homepage

Die Veranstalter der Love Parade haben auf ihrer Homepage einen mit schwarzer Farbe unterlegten Trauertext veröffentlicht: "Unser Anliegen, ein fröhliches Miteinander von Menschen durchzuführen, ist heute von den tragischen Unglücksfällen überschattet worden. (…) Unser aufrichtiges Beileid gilt allen Angehörigen und unsere Gedanken sind bei denjenigen, die derzeit noch versorgt werden müssen (…), heißt es darin.

apn


[11:20 Uhr] Staatsanwaltschaft beschlagnahmt Planungsunterlagen

11:20 Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft haben am Sonntagmorgen die Planungsunterlagen für die Techno-Party beschlagnahmt. Das berichtete die in Essen erscheinende "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung". Demnach liegt unter anderem die Anzeige eines Feuerwehrmannes vor, der genau vor dieser Gefahrenstelle gewarnt hat, an der das Unglück passiert ist.

ddp


[11:13 Uhr] Polizei-Gewerkschaft: "Gelände einzuzäunen ist sehr gefährlich"

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat das Sicherheitskonzept der Veranstalter heftig kritisiert. Es sei sehr gefährlich, bei Massenveranstaltungen das Gelände fast komplett einzuzäunen, sagte der stellvertretende Berliner GdP-Vorsitzende, Michael Reinke. Bei der Love Parade in der Hauptstadt bis zum Jahr 2006 habe es weite Ausweichflächen im Tiergarten gegeben. Ein Tunnel als einziger Fluchtweg habe in Duisburg zur Katastrophe geführt: "Dort fühlt man sich eh schon eingeengt. Bei einer Panik verhalten sich die Massen wie eine Rinderherde."

dpa


[11:10 Uhr] Kirche schickt zusätzliche Seelsorger

Die Evangelische Kirche im Rheinland hat 30 Notfallseelsorger entsandt. Pfarrer unter Leitung des Duisburger Notfallseelsorgers Richard Bannert und des Landespfarrers für Notfallseelsorge, Joachim Müller-Lange, nähmen sich derzeit der vom Unglück Betroffenen an, teilte ein Sprecher mit. Gleichzeitig kümmerten sich die Helfer um Einsatzkräfte der Polizei und der Rettungsdienste, um mit Situation vor Ort klar zu kommen.

ddp


[3.30 Uhr] Jetzt sind es 19 Tote - mindestens 342 Verletzte

Die Zahl der Toten nach der Massenpanik bei der Love Parade in Duisburg ist weiter gestiegen. Ein Polizeisprecher sagt, 19 Menschen seien gestorben. Insgesamt seien der Polizei außerdem 342 Verletzte gemeldet worden. Über die Schwere der Verletzungen gibt es noch keine Angaben .

16 Menschen sind damit bei der Love Parade direkt am Unglücksort gestorben, die weiteren erlagen ihren Verletzungen im Krankenhaus.

dpa


[23.30 Uhr] Zahl der Opfer auf 18 gestiegen - Polizei zur Panikursache

Die Polizei teilt mit: Jetzt sind es 18 Tote.

Zur Unglücksursache wird bekanntgegeben, die Massenpanik sei durch Stürze von einer gesperrten Treppe ausgelöst worden, teilte die Polizei mit. Im Tunnel und im weiteren Eingangsbereich vor dem Gelände hätten sich die Massen gestaut. Daraufhin hätten Besucher versucht, über die schmale Nottreppe zum Gelände hochzusteigen, andere seien über ein leiterartiges Lautsprechergerüst geklettert. Einige der Kletterer seien auf die Massen abgestürzt und hätten die Panik ausgelöst. Die Menschen hätten sich nicht schnell genug auf dem Gelände verteilt.

ddp/dpa


[23.04 Uhr] Veranstalter sprechen Angehörigen Beileid aus

Die Veranstalter haben auf der Webseite der Technoparty den Angehörigen der Opfer ihr Beileid ausgesprochen. "Unser Anliegen, ein fröhliches Miteinander von Menschen durchzuführen, ist heute von den tragischen Unglücksfällen überschattet worden". Der Livestream zur Loveparade sei deshalb beendet worden. "Unser aufrichtiges Beileid gilt allen Angehörigen und unsere Gedanken sind bei denjenigen, die derzeit noch versorgt werden müssen." Der Sprecher der Veranstalter Lopavent, Björn Köllen, sagte in einem Gespräch mit Radio Duisburg: "Das ist eine ganz schlimme Nachricht für uns."

dpa


[23 Uhr] Die Musik verstummt

Die Veranstalter haben die Musik auf der Hauptbühne abgestellt. Die Love Parade ist beendet, die letzten Raver verlassen das Gelände.


[22.44 Uhr] Krisenstab: Auslöser für Panik außerhalb des Tunnels

Nach Darstellung des Leiters des Krisenstabes der Stadt Duisburg, Wolfgang Rabe, hat sich die Massenpanik bei der Loveparade außerhalb des Tunnels zum Festgelände ereignet. Nach bisherigen Erkenntnissen wollten nach dem Tunnel Menschen die Absperrungen an den Seiten überwinden und seien dabei abgestürzt, sagte Rabe am Samstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Durch diese Situation sei offenbar die Panik ausgelöst worden. Rabe wies zugleich Berichte zurück, dass es auf dem Gelände zu diesem Zeitpunkt schon voll gewesen sei. Nach seinen Erkenntnissen sei es nur zur Hälfte besetzt gewesen. Tatsächlich hatte die Polizei aber kurz vor dem Unglück mitgeteilt, das Gelände werde wegen Überfüllung gesperrt.

Der Zugverkehr im Hauptbahnhof Duisburg wurde am späten Samstagabend derweil wieder aufgenommen. Die Züge würden wieder bereitgestellt, wie ein Bahnsprecher sagte. Die Sonderzüge würden bis vier Uhr fahren. Auch die Ersatzbusse seien pausenlos im Einsatz.

ddp


[abends] Hotline für Angehörige

Die Polizei hat eine Telefonnummer geschaltet, unter der sich Angehörige von Opfern informieren können: 0203/94000.


[22.30] Star-DJ Guetta sagt Auftritt ab

Der Radiosender 1Live berichtet auf seiner Internetseite, dass David Guetta, dessen Set der Höhepunkt der Veranstaltung sein sollte, seine Teilnahme abgesagt hat.


[22.16 Uhr] Duisburgs Oberbürgermeister "zutiefst erschüttert"

Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland hat sich nach der tödlichen Massenpanik bei der Loveparade in seiner Stadt erschüttert gezeigt. "Die Loveparade sollte ein friedliches und fröhliches Fest für junge Menschen aus der Region und darüber hinaus werden", erklärte der Oberbürgermeister. "Jetzt muss diese Veranstaltung leider als eine der größten Tragödien der jüngeren Stadtgeschichte gewertet werden. Ich bin zutiefst erschüttert." Sauerland versicherte, die Stadt habe "im Vorfeld mit dem Veranstalter und allen beteiligten Partnern ein stichhaltiges Sicherheitskonzept ausgearbeitet". Die von der Polizei aufgenommenen Ermittlungen müssten nun "den genauen Ereignishergang zutage fördern".

apn


[21.47 Uhr] Kraft: "Das ganze Land trauert"

Mit Bestürzung hat die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auf die Tragödie reagiert. "Unser Entsetzen über das schreckliche Unglück bei der Loveparade in Duisburg lässt uns verstummen", sagte die SPD-Politikerin. "Das ganze Land trauert um die jungen Frauen und Männern, die friedlich feiern wollten und bei diesem grauenhaften Drama ihr Leben verloren haben. Unsere Gedanken sind jetzt bei den Familien, Angehörigen und Freunden der Toten und der Verletzten."


[21.32 Uhr] Augenzeugen: "Am liebsten wären wir nach Hause gefahren"

Mehr als drei Stunden brauchten Sergej Benkogenov, 19, und Vitaly Dippel, 21, vom Bahnhof bis zum Loveparade- Gelände. "Irgendwann hat es sich gestaut, ein Nadelöhr", so Sergey. "Am liebsten wären wir wieder nach Hause gefahren, aber das ging ja nicht: Umkehren war unmöglich", beschrieb er die Situation. Mal standen sie zehn Minuten auf der Stelle, dann sei immer wieder von hinten geschubst und gedrängt worden. "Keiner wusste, wo die Loveparade beginnt. Die Schlange war endlos", sagte Sergey. Was weitere Zeugen erzählten:

Zeugen im Wortlaut
Wo haben die Sicherungssysteme versagt? Was passierte im Tunnel? Die Ursachensuche beginnt - SPIEGEL ONLINE dokumentiert Zeugenaussagen aus verschiedenen Quellen. Die Angaben konnten nicht verifiziert werden. Klicken Sie auf die Überschriften...
Fabio, 21: "Reihenweise Leute zusammengeklappt"
Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa: "Wir standen mittendrin. Es hatten immer mehr Menschen noch versucht, zum Gelände zu kommen. (...) Wir waren schon durch den Tunnel durch und standen auf dem kurzen Stück vor dem Eingang. Dort ging es aber nicht weiter." Einige seien über Zäune und über eine Leiter geklettert oder über eine enge Treppe am Tunnelende. "Wir sind danach durch den Tunnel zurück. Meine Freundin und ich haben schon kaum mehr Luft mehr bekommen und haben die Ellbogen ausgefahren, um noch wegzukommen. (...) Anschließend haben wir die Polizei alarmiert und gesagt, dass es im Tunnel gleich zur Massenpanik kommen wird." Passiert sei erst einmal nichts. "Das war etwa eine Dreiviertelstunde vor dem Unglück gewesen. Da waren aber schon Leute reihenweise zusammengeklappt."
Udo: "So stelle ich mir Krieg vor"
n-tv-Kameramann und Augenzeuge: "Da lagen schon einige Menschen am Boden, andere kletterten die Wände hoch und versuchten, über die Seiten auf das Gelände zu kommen. Und die Menschenmenge, die nachrückte, die liefen einfach über die am Boden liegenden drüber. Also eine richtige Massenpanik. (...) Die Polizei hat versucht, hineinzugehen in die Menge und die am Boden liegenden Menschen herauszuziehen. Es war aber zu voll, die Polizei hat die Menschen nicht herausbekommen, es war nichts zu machen. (...) Überall lagen Menschen auf dem Boden herum. So stelle ich mir Krieg vor." Die Veranstalter seien vermutlich nicht richtig auf die Menschenmassen vorbereitet gewesen. "Das war programmiertes Chaos." Zunächst seien keine Rettungskräfte dort gewesen: "Hilfskräfte waren erst mal gar nicht vorhanden, vielleicht drei, vier vom Malteser Hilfsdienst. Die konnten aber in der Masse der Menschen auch nichts machen. Man kann nicht mit einer Million Menschen planen und dann ein Gelände für 350.000 Menschen bereitstellen."
Dustin, 17: "Neben mir ist ein Mädchen gestorben"
Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP: "Alle wollten noch auf das Gelände. Damit es schneller geht, sind einige auf die Treppe ausgewichen." Diese führt von der Unterführung direkt zum Güterbahnhof, doch "von hinten drückten immer mehr nach". Es habe 40 Minuten nur Panik gegeben, erst dann habe eine Rettungsgasse gebildet werden können. Für viele kam die Hilfe zu spät. Dustin: "Neben mir ist ein Mädchen gestorben." Es sei einfach erdrückt worden. Ein weiteres Mädchen habe neben ihm gelegen und sei schon blau angelaufen gewesen. Mit Mund-zu-Mund-Beatmung habe er sie wiederbeleben können. "Auf mir lagen noch zwei Menschen." Teilweise seien fünf bis sechs Personen übereinandergeschoben worden. Schließlich hätten ihn Rettungssanitäter herausgezogen. Es sei so eng gewesen, dass seine Schuhe zwischen den Menschen steckenblieben: "Ich hatte schon mit dem Leben abgeschlossen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch Luft bekomme."
TV-Augenzeuge: "Dann sind wir alle umgefallen"
Mann im WDR-Interview: "Es hat sich alles wie in einem Hexenkessel gestaut. Es kamen immer weiter Leute von hinten. Und irgendwann fangen die Leute dann an, umzukippen. Ein paar sind die Treppe hochgegangen, ein paar den Mast hochgeklettert." Gemeint sind eine Nottreppe und ein Lautsprechergerüst, die von unten auf das Gelände führen. "Ich hab nur gesehen, dass ich mit meiner Freundin oben bleibe, weil ich wusste: Wenn ich einmal am Boden liege, dann werden die Leute über uns drübertrampeln. Dann sind wir alle umgefallen, ich halb mit runter, meine Beine waren beide eingequetscht." Zum Glück habe ihm jemand hochgeholfen, "dann sind wir wie durch Glück aus der Masse rausgetrieben worden. (...) Dann hab ich allen gesagt: Geht wieder zurück, die Leute sterben da vorne." Als er die Polizisten gewarnt habe, habe er gehört: "Willst Du das hier organisieren?" Jetzt bewege er sich von seinem sicheren Ort nicht weg, sitze da, eine halbe Stunde, eine Stunde, vielleicht länger, und wolle nicht mehr weitergehen. Er fürchte, dass so etwas wieder passiere.
Achmed, 17: "Brutal nach vorne gedrückt"
Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa: "Als die Polizei das Gelände abriegeln wollte, wurden wir brutal nach vorne gedrückt, die Leute vorne bekamen keine Luft mehr." Die Stimmung sei zunächst gar nicht aggressiv gewesen. "Die wollten doch alle nur Spaß. (...) Dann haben alle geweint, ich habe geweint. Ich habe noch nie gesehen, wie ein Mensch gestorben ist."
Mario, Stefan, Rebecca: "Direkt niedergetrampelt"
Stimmen auf dem Internet-Portal DerWesten - Mario: "Es waren Tausende Menschen im Tunnel. Viel zu viele auf jeden Fall. Die Leute sind reihenweise umgefallen. Und die Polizei hat von beiden Seiten immer mehr Leute in den Tunnel geschickt". Stefan: "Wer umgefallen ist, wurde direkt niedergetrampelt." Die Sanitäter seien erst nicht durchgekommen. Rebecca: "Dann ist ein Rettungswagen durch die Menge gefahren, aber dadurch wurden alle noch mehr zusammengedrängt. Alle waren total hysterisch."
"Gabi", 43: "Die einen wollten rein, die anderen raus"
Forumseintrag auf einslive.de: "Wir sind etwa eine halbe Stunde vor der Panik durch diesen Tunnel gelaufen. Es war tierisch voll. Die einen wollten rein, die anderen raus. Also Gegenverkehr und großes Geschubse. Das war das große Problem. Die Polizei stand dabei und hat nur geschaut. (...) Nun, es hört sich jetzt vielleicht klugscheißerisch an, aber irgendwie konnte man es doch vorhersehen. Nur ein Eingang zum Gelände. Und es passten nicht alle drauf, die auch gerne wollten."
"Ronja", 17: "Uns kamen tausend entgegen"
Forumseintrag auf einslive.de: "Ich war in dem Tunnel. Plötzlich kam eine Frau zu uns und sagte wir sollen gehen, vorne fingen Massenschlägereien an. Die Menschen wurden über Traversen auf die Brücke geschleust, über Container hochgeschoben, bevor alles passiert ist. (...) Uns kamen auf den Rückweg noch mindestens tausend Menschen entgegen. Warum haben die Veranstalter nur einen Eingang gehabt?"

[21.18 Uhr] Einige der Opfer stürzten von Sperrgitter

Der Sprecher der Stadt Duisburg, Frank Kopatschek, sagte, einige Menschen seien über ein Absperrgitter auf eine Art Treppe geklettert und abgestürzt. Kopatschek wies den Vorwurf zurück, das Gelände sei für die Veranstaltung zu klein gewesen. Es sei ausreichend Platz für die Besucher gewesen, betonte er. Neben dem Haupteingang sei noch ein Nebeneingang geöffnet worden, als der Andrang zu groß wurde.

dpa/ddp


[21.11 Uhr] Bundeskanzlerin Merkel: In Gedanken bei Angehörigen

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist entsetzt über die Toten und Verletzten der Massenpanik bei der Love Parade in Duisburg. "In diesen schweren Stunden bin ich in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer. Ihnen gelten meine Anteilnahme und meine Trauer. Zum Feiern waren die jungen Menschen gekommen, stattdessen gibt es Tote und Verletzte. Ich bin entsetzt und traurig angesichts des Leids und des Schmerzes", sagte die Kanzlerin. Der Chef der Bundeskanzleramts, Ronald Pofalla, hat unterdessen mit der Staatskanzlei in Nordrhein-Westfalen telefoniert und die Hilfe des Bundes zugesagt.

ddp


[20.27 Uhr] Bundespräsident Wulff fordert rückhaltlose Aufklärung

Bundespräsident Christian Wulff hat bestürzt auf das Unglück reagiert und zugleich eine rückhaltlose Aufklärung der Ursachen gefordert. "Eine solche Katastrophe, die während eines friedlichen Festes fröhlicher junger Menschen aus vielen Ländern Tod, Leid und Schmerz verursacht, ist furchtbar", sagte das Staatsoberhaupt in Berlin.

Er sei mit seinen Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen und Freunden. Er hoffe, dass ihnen und allen Verletzten schnelle und wirksame Hilfe zuteil werde "und die Ursachen rückhaltlos aufgeklärt werden".

dpa


[20.22 Uhr] Augenzeuge: Gelände war viel zu klein

Das Gelände für die Love Parade in Duisburg war für die erwarteten Besucherzahlen möglicherweise viel zu klein. Ein Augenzeuge, der sich selbst in dem Unglückstunnel befunden hatte, sagte im Nachrichtensender n-tv, es habe kein Entrinnen gegeben. Am Ausgang des Tunnels sei das Gelände abgesperrt gewesen, und von hinten seien immer mehr Menschen nachgekommen. Das Areal sei eigentlich nur für 350.000 Menschen ausgelegt. Von den anderen Love Paraden wisse man aber, dass bis zu eine Million Menschen kommen.

dpa


[20.18 Uhr] Love-Parade-Gründer Dr. Motte kritisiert Veranstalter

Der Love-Parade-Gründer Dr. Motte hat den Veranstaltern in Duisburg einen schweren Management-Fehler vorgeworfen. "Die Veranstalter sind schuld", sagte er dem "Berliner Kurier". Es sei ein Skandal, die Menschen nur durch einen einzigen Zugang auf das Gelände am alten Güterbahnhof zu lassen. Dr. Motte warf den Veranstaltern "reine Profitgier" vor. "Da ging es doch nur ums Geldmachen. Die Veranstalter haben nicht das geringste Verantwortungsgefühl für die Menschen gezeigt." Er sprach den Familien der 15 Toten und den Verletzten sein Mitgefühl aus.

ddp


[19.40 Uhr] Vizekanzler Westerwelle: Wir trauern mit den Angehörigen

Mit Bestürzung und Trauer hat Vizekanzler und Bundesaußenminister Guido Westerwelle auf die Katastrophe bei der Love Parade in Duisburg reagiert. "Wir trauern mit den Angehörigen der Verstorbenen, und wir bangen und hoffen mit den Verletzten und ihren Familien", ließ Westerwelle am Samstagabend in Berlin über seinen Sprecher mitteilen.

dpa


[19.35 Uhr] Augenzeuge: Überall lagen Menschen herum

Der Tunnel zum Love-Parade-Gelände hat nach Angaben eines Augenzeugens wie eine "Falle" gewirkt. "Überall lagen Menschen auf dem Boden herum. So stelle ich mir Krieg vor", sagte ein Augenzeuge dem Nachrichtensender n-tv. Die Veranstalter seien vermutlich nicht richtig auf die Menschenmassen vorbereitet gewesen. "Das war programmiertes Chaos."

Das Gelände sei wegen Überfüllung abgesperrt gewesen, und von hinten hätten durch den Tunnel die Massen gedrückt, sagte er. "Der Tunnel ließ keine Fluchträume zu." Die Polizei und die Rettungskräfte hätten schnell versucht, an die Menschen zu kommen, was aber schwierig gewesen sei.

dpa


[19.30 Uhr] NRW-Innenminister Jäger reagiert bestürzt

Mit großer Bestürzung hat der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger auf die Ereignisse am Rande der Love-Parade in Duisburg reagiert. "Ich bin entsetzt und traurig, dass Menschen, die unbeschwert feiern wollten, gestorben sind. Mein ganzes Mitgefühl gilt ihren Angehörigen und Freunden", sagte Jäger in Duisburg.

Der Krisenstab der Landesregierung habe sofort reagiert und weitere Behandlungs- und Betreuungskräfte aus dem ganzen Land nach Duisburg entsandt. Jäger wollte sich noch am Samstagabend über den genauen Ablauf des Geschehens in Duisburg informieren.

dpa


[19.06 Uhr] Hauptbahnhof in Duisburg nicht mehr gesperrt

Die Züge auf dem Duisburger Hauptbahnhof fahren wieder. Ein Konzernsprecher sagte SPIEGEL ONLINE, der Verkehr beruhige sich wieder - zuvor hatte die Bahn den Bahnhof gesperrt, weil viele Teilnehmer infolge der Massenpanik auf die Gleise neben dem Love-Parade-Gelände zwei Kilometer südlich ausgewichen waren. "Nach Norden ist es ohnehin problemlos, Richtung Süden fahren wir jetzt zunächst mit verminderter Geschwindigkeit". Die Strecke vom Bahnhof nach Süden führt am Gelände der Loveparade vorbei - hier war es nach der Panik offenbar Besuchern gelungen, auf die Gleise zu kommen. "Wir können uns das nicht erklären", sagte der Sprecher, die Gleise seien mit doppelten Zäunen und einem patroullierten Weg abgetrennt worden. "Sicher eine sechsstellige Summe" von Menschen würde im Moment versuchen, per Bahn aus Duisburg weg zu kommen, sagte der Sprecher. Dafür gebe es 700 Sonderzüge. "Das hat auf dem Hinweg super geklappt." Sollte es weiterhin Probleme auf den Gleisen geben, könne man auf ein Notkonzept mit 150 Bussen zurückgreifen, erklärte der Bahn-Sprecher.

Auf Twitter beklagten sich Teilnehmer über die zwischenzeitliche Sperrung. Ein Sprecher rechtfertigte die Aktion mit den Worten, man müsse sich "der Situation stellen und Gedränge vor dem Bahnhof und im Bahnhof verhindern". Außerdem müsse verhindert werden, "dass die Leute jetzt alle schnell zum Bahnhof strömen". Der WDR berichtete gegen 19 Uhr allerdings, die Lage am Hauptbahnhof habe sich entspannt, die Menschenansammlung dort sei kleiner geworden.

dpa


[18.42 Uhr] Augenzeuge: Haben die Polizei vor Panik gewarnt

Mehr als eine halbe Stunde vor der Massenpanik in dem Tunnel vor dem Love-Parade-Gelände haben Augenzeugen die Polizei vor der Gefahr gewarnt, berichtet die dpa. "Wir standen mittendrin. Es hatten immer mehr Menschen noch versucht, zum Gelände zu kommen", sagte der 21-jährige Raver Fabio der Nachrichtenagentur. "Wir waren schon durch den Tunnel durch und standen auf dem kurzen Stück vor dem Eingang. Dort ging es aber nicht weiter." Einige seien über Zäune und eine Leiter geklettert. "Wir sind danach durch den Tunnel zurück. Meine Freundin und ich haben schon kaum mehr Luft mehr bekommen und haben die Ellbogen ausgefahren, um noch wegzukommen. Anschließend haben wir die Polizei alarmiert und gesagt, dass es im Tunnel gleich zur Massenpanik kommen wird." Passiert sei aber erst einmal nichts. "Das war etwa eine Dreiviertelstunde vor dem Unglück gewesen. Da waren aber schon Leute reihenweise zusammengeklappt."

dpa


[abends] Krisenstab: Love Parade läuft aus Sicherheitsgründen weiter

"Der Krisenstab der Stadt Duisburg hat sich entschlossen, aus Sicherheitsgründen die Veranstaltung zurzeit nicht zu beenden", sagte Stadtsprecher Frank Kopatschek. Allerdings wurden die Notausgänge des Geländes geöffnet - viele Besucher nutzen die Gelegenheit.


[18.38 Uhr] Autobahn wird als Rettungsweg benutzt

Nach der Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg wird die Autobahn als Rettungsweg benutzt. Die Autobahn A59 sei für den Verkehr gesperrt worden, berichtete der Sender WDR. Auf Bildern, die der Sender von dem Partygelände übertrug, war zu sehen, wie ein Hubschrauber versuchte zu landen. Neun Rettungshubschrauber seien im Einsatz. Im Fernsehen war auch zu sehen, wie Notzelte auf der Autobahn 59 aufgebaut wurden. Auf der Autobahn reihten sich auch Hubschrauber auf.

dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 6341 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Hovac 25.07.2010
1. traurig
Zitat von sysopDie Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
Wenn auch nur ein Mensch stirbt war es ein Fehler. Sowas darf in Deutschland doch nicht mehr passieren, wozu wird man von Formularhaufen für die kleinsten Anlässe erdrückt wenn es dann doch nicht sicher ist.
lawinchen, 25.07.2010
2. Rhetorische Frage
Zitat von sysopDie Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
Ein Gelände, das max. 500.000 Besucher aufnehmen kann und dessen Zugangswege derart beschränkt sind, ist fraglos für eine Veranstaltung wie die Love Parade geeignet, denn die Love Parade ist dafür bekannt, weniger als 500.000 Besucher anzuziehen. Duisburg mag pleite sein und die zusätzlichen Einnahmen begrüßen, aber auf diesem Gelände mit diesen Zugangswegen hätte eine solche Veranstaltung niemals stattfinden dürfen: Ich hoffe, der Link wird dargestellt, ansonsten hilft eine Google-Maps-Suche nach "Karl-Lehr-Straße, Duisburg". Das Gelände befindet sich nördlich der L237. http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=Love-Parade,+Duisburg&sll=51.151786,10.415039&sspn=21.231081,67.631836&ie=UTF8&hq=Love-Parade,&hnear=Duisburg,+Nordrhein-Westfalen&ll=51.422882,6.770582&spn=0.010276,0.033023&t=h&z=16 Polizeipräsidium und Staatsanwalt befinden sich gleich um die Ecke, ich hoffe, sie nutzen die Nähe.
xkultx 25.07.2010
3. Wo gesunder Menschenverstand aufhört...
Egal wo ob in Duisburg, Essen oder Berlin zu solchen tragischen Zwischenfällen kann es leider überall kommen. Es ist nur immer sehr einfach alles auf die Veranstalter abzuschieben, dabei wird allzu oft vergessen wer hier der wahre Auslöser des Dilemmas ist, war und bleiben wird - Alkohol, Drogen, Egoismus und Rücksichtlosigkeit. Wenn es nicht weiter geht - schiebt man nicht!!! Wo gesunder Menschenverstand aufhört, kommen die verschiedensten Schuldzuweisungen - Klar der Veranstalter ist Schuld - Klar die Stadt Duisburg ist schuld. Leute packt Euch mal an den Kopf und fangt an zu denken! Wenn ich mit 2 Promille in eine 30 Zone aus der Kurve fliege - ist dann auch die Stadt Duisburg Schuld oder der Hersteller meines Autos oder die Brauerei, warum bauen die denn dort eine Kurve hin, warum fährt mein Auto wenn ich getrunken habe?
waffenstillstand 25.07.2010
4.
Zitat von sysopDie Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
Ja, sicher. Es war vorher schon bekannt, dass das Gelände höchstens 500.000 Menschen aufnehmen kann, man wusste, dass annähernd 1.000.000 Menschen kommen würde (tatsächlich kamen sogar 1.400.000). So gesehen war es allzu sehr leichtsinnig, die Veranstaltung überhaupt stattfinden zu lassen.
gisu 25.07.2010
5. Schuld haben
Schuld haben die Organisatoren, von deren Seite wurden ehr die Befürchtungen laut das eventuell zu wenig Menschen erscheinen würden, da hat man Zweifel am Gelände und den eingeschränkten Möglichkeiten außer acht gelassen. Wer mit solchen Menschenmassen plant, der muss auch verstärkt auf die Sicherheit achten, und beim kleinsten Zweifel entweder umplanen oder die Sache ganz abblasen. Mein Beileid an die Opfer und deren Angehörigen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.