Pearl-Jam-Sänger Eddie Vedder spendet Familie 10.000 Dollar

Sie wusste sich nicht mehr anders zu helfen - und bat vor Weihnachten öffentlich um Spenden für ihre arme Familie. Die Reaktion auf das Posting einer sechsfachen US-Mutter war überwältigend.

Getty Images

Donnell Booker jr. machte kurzen Prozess mit dem Geschenkpapier, in Sekundenbruchteilen kam ein eBook-Reader zum Vorschein. Der Achtjährige grinste über das ganze Gesicht. "Wer hat mir das geschenkt?", fragte er seine Eltern. So beschreiben Reporter der "Washington Post" die Szene.

"Wir wissen es nicht", antwortete sein Vater. "Es war ein sehr großzügiger Mensch, das ist alles, was wir wissen".

Das Tablet ist Teil einer großen Spendenaktion von US-Bürgern, zu der Donnell Booker Jr.s Mutter Tyshika Britten indirekt aufgerufen hatte. "Ich bin sechsfache Mutter, fünf Jungen und ein Mädchen habe ich, ich bin so verzweifelt", schrieb die 35-jährige Friseurin auf der Anzeigenseite Craigslist vor Weihnachten. "Ich gebe mein Bestes. Ich bete jeden Tag und nun bitte ich um Hilfe. Ich weiß, es geht nicht um Geschenke, aber sie sind doch Kinder. Ich habe versagt ... bitte helft mir."

"Ist das nicht ein Musiker?"

Das rührende Posting der verzweifelten Mutter aus Maryland griffen einige US-Medien auf. Daraufhin trudelten massenweise Geschenke bei der Familie ein. Alle paar Stunden klingelten Paketdienste an ihrer Tür. Unter den Präsenten, unter anderem: eine Playstation, eine Puppe, Fußbälle. Und ein Mann namens Eddie Vedder schickte einen Scheck über 10.000 Dollar.

"Eddie Vedder?" Tyshika Britten fragte in die Familienrunde: "Ist das nicht ein Musiker", wird sie von der "Washington Post" zitiert. Eine schnelle Suche über Google gab ihr recht: Vedder ist der Sänger von Pearl Jam. Britten schlug ihre Hände vor das Gesicht. Schon häufiger hatte ihre Familie Konzerte der Rockband online gesehen.

Fotostrecke

4  Bilder
Arme US-Familie: Weihnachtssegen aus dem Netz

"Mich hat die Geschichte von Tyshika Britten sehr bewegt, vor allem was sie bisher für ihre Kinder getan hat", erzählte Musikstar Vedder später der "Washington Post". "Die Kinder müssen stolz sein auf ihre Mutter, denn es braucht viel Mut, um diesen Schritt in die Öffentlichkeit zu machen. " Die Lage von Britten erinnere ihn an seine eigene Kindheit, ergänzte Vedder. "Es gab Zeiten, da bekamen wir Spielzeug von Santa Claus. Doch das war gebraucht, stammte aus Garagenverkäufen und funktionierte nicht immer", so Vedder.

Zusätzlich zu den 10.000 Dollar von Vedder bekam die Familie durch einen Spendenaufruf von GoFundMe.org rund 18.000 Dollar. "Dieses Jahr", sagt Tyshika Britten, "haben die Kinder wirklich alles bekommen, was sie sich gewünscht hatten." Und überdies kann die Familie aus Maryland beruhigt in das kommende Jahr schauen. Und Donnell Booker Jr. glücklich auf sein Tablet.

msc



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.