Ehrung durch Köhler Münchner S-Bahn-Opfer bekommt postum Bundesverdienstkreuz

Dominik Brunner bezahlte sein mutiges Eintreten für andere mit dem Leben - der Geschäftsmann wurde von Schlägern auf einem Münchner S-Bahnsteig zu Tode geprügelt. Jetzt verlieh ihm Bundespräsident Köhler das Bundesverdienstkreuz.

DDP

Berlin - Politiker, Verbände und Medien hatten es gefordert, jetzt wurde das Opfer der Münchner S-Bahn-Attacke vom Bundespräsidenten geehrt. Horst Köhler habe dem Geschäftsmann Dominik Brunner am 3. Oktober das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen, teilte ein Sprecher Köhlers am Sonntag in Berlin mit. Köhler habe die Ehrung den Eltern des Getöteten persönlich überreicht.

"Der Bundespräsident versteht die Auszeichnung als Zeichen der Dankbarkeit aller mitfühlenden Menschen in Deutschland für die Menschlichkeit, die Hilfsbereitschaft und die Zivilcourage, die Dominik Brunner selbstlos zeigte, als er erkannte, dass andere Menschen in Not waren", hieß es zur Begründung.

Dominik Brunner hatte sich am 12. September auf dem S-Bahnhof Solln schützend vor vier Kinder im Alter zwischen 13 und 15 Jahren gestellt, die von den Schlägern in der Bahn bedroht und attackiert worden waren. Anschließend wurde er von den Gewalttätern geschlagen und getreten. Wenig später erlag er im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Die Polizei fasste die beiden 18 und 17 Jahre alten Jugendlichen in unmittelbarer Nähe des Tatorts. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sie wegen Mordes. Der Fall hatte in Deutschland überwältigende Anteilnahme an Brunners Schicksal hervorgerufen und eine Debatte über Zivilcourage ausgelöst.

Brunner war bereits postum mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet worden.

pad/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.