Wahrzeichen von Paris »Werden wir den Eiffelturm einstürzen sehen?«

Einem Bericht zufolge befindet sich der Eiffelturm in Paris in einem sehr schlechten Zustand. Das Bauwerk wird allerdings nicht aufwendig restauriert, sondern nur einmal mehr neu angestrichen.
Eiffelturm in Paris: »Würde Gustave Eiffel den Ort besuchen, würde er in Ohnmacht fallen«

Eiffelturm in Paris: »Würde Gustave Eiffel den Ort besuchen, würde er in Ohnmacht fallen«

Foto: Benoit Tessier / REUTERS

Wenn es dunkel wird, dann glitzert der Eiffelturm zu jeder vollen Stunde für ein paar Minuten. Die Tausenden Lichter machen das Wahrzeichen von Paris noch prächtiger und glamouröser als es ohnehin schon ist. Doch genau hinschauen sollten die Menschen, die den Turm besteigen, lieber nicht. Denn: Einem Bericht des französischen Magazins »Marianne« zufolge befindet sich der Eiffelturm in einem desaströsen Zustand.

Dort heißt es: »Wir haben Notre Dame brennen sehen, werden wir den Eiffelturm einstürzen sehen?« Seit mehreren Jahren schon soll das Denkmal heruntergekommen sein und die Instandhaltung zu wünschen übrig lassen. »Würde Gustave Eiffel den Ort besuchen, würde er in Ohnmacht fallen«, sagte ein Manager des Turms dem Magazin.

Der 324 Meter hohe und 7300 Tonnen schwere Eisenturm wurde für die Weltausstellung im Jahr 1889 gebaut. Und Gustave Eiffel, der Bauingenieur, von dem das Wahrzeichen seinen Namen hat, mahnte schon früh, man solle sich gut um den Eiffelturm kümmern. »Das Wichtigste ist, dem Auftreten von Rost entgegenzuwirken«, berichtet »Marianne«. Demnach hat sich der Rost aber schon so weit ausgebreitet, dass man den Turm komplett restaurieren müsste.

Er werde aber wegen der Olympischen Spiele, die in zwei Jahren in Paris stattfinden, nur einmal mehr neu angemalt. Inzwischen bereits zum 20. Mal.  Rund 60 Millionen Euro kostet der Anstrich. Experten erklärten »Marianne«, dass es sich bei den Arbeiten nur um ein kosmetisches Facelifting handele und sagten voraus, dass das Endergebnis »beklagenswert« sein werde, wie auch »The Guardian« berichtet.  

Das Unternehmen, das den Turm verwaltet, zögert, ihn für einen längeren Zeitraum zu schließen: Denn: Rund sechs Millionen Menschen besuchen den Eiffelturm im Jahr. Der Eintritt reicht von 2,70 Euro bis 26,80 Euro. Und ohne die Besucherinnen und Besucher fielen Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe weg.

Bereits im Jahr 2010 hieß es in einem Bericht über den Zustand des Eiffelturms, es müsse eine neue Instandhaltungspolitik entwickelt werden. In einem zweiten Bericht von 2014 wurde festgestellt, dass der Turm Risse hat und Rost aufweist, und in einem dritten Bericht aus dem Jahr 2016 wurden 884 Mängel festgestellt, von denen 68 ein Risiko für die »Haltbarkeit« der Struktur darstellten.

kha
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