Weihnachtslotterie in Spanien "El Gordo" schüttet Gewinne in fast allen Provinzen aus

Knapp 2,4 Milliarden Euro bescheren den Menschen in Spanien zwei Tage vor Heiligabend einen Grund zum Feiern: Die Zahlen der Weihnachtslotterie wurden gezogen. In diesem Jahr dürfen fast alle Regionen jubeln.
Menschen vor einem Lokal im Baskenland

Menschen vor einem Lokal im Baskenland

Foto: DAVID AGUILAR/EPA-EFE/REX

Mit knallenden Sektkorken, Trommeln und spontanen Tänzen feierten Menschen in fast allen Landesteilen das Ergebnis der traditionellen Weihnachtslotterie "El Gordo". Denn anders als in den Vorjahren verteilt sich die Gesamtsumme von knapp 2,4 Milliarden Euro der "Lotería de Navidad" in diesem Jahr auf fast alle Provinzen des Landes.

Unzählige Spanier hoffen jedes Jahr kurz vor Heiligabend auf den großen Geldsegen. Die Weihnachtslotterie, die es schon seit über 200 Jahren gibt, gilt nicht nur als die älteste, sondern - gemessen an der ausgespielten Gesamtsumme - auch als die größte der Welt.

"Ich kann es nicht fassen und bin total aufgeregt", sagte eine Gewinnerin. "Das wird ein tolles Weihnachtsfest!"

Besonders viel Geld ging nach Huesca in der Region Aragonien mit 120 Millionen Euro und an ein Einkaufszentrum in Cuenca in der Region Kastilien-La Mancha, wo Kunden insgesamt 88 Millionen Euro gewannen, berichteten spanische Medien. Auch Bilbao und Gernika im Baskenland gehörten zu den großen Gewinnern der diesjährigen Lotterie.

"Das ist ein echter Traum", sagte Lotto-Verkäuferin Alba im galicischen Ort Teo, wo ebenfalls ein Teil des "Gordo" verteilt wird. "Wenn die Leute ihr Los kaufen, dann versprechen sie dir alles Mögliche im Falle eines Gewinns - sogar Reisen in die Karibik. Da wollen wir mal abwarten!"

Vier Millionen für ein ganzes Los

In den Ort Manises in der Provinz Valencia ging seit 2012 bereits zum dritten Mal Geld aus der Weihnachtslotterie. "Das ist völlig verrückt, wir sind geschockt und sprachlos", sagte ein Angestellter des Lottogeschäfts der Nachrichtenagentur Europa Press.

Dabei ließ "El Gordo" - der Dicke genannt - dieses Mal lange auf sich warten. Erst um 12.35 Uhr - nach mehr als dreieinhalbstündiger Ziehung - wurde die fünfstellige Nummer des Hauptgewinns in der Madrider Oper verkündet: 03347. Die Gewinnsumme beläuft sich auf vier Millionen Euro pro Los. "El Gordo" wird gleich 170 Mal vergeben, da jede Losnummer 170 Mal verkauft wird.

Die meisten Spanier schließen sich traditionell zu Tippgemeinschaften unter Freunden, Kollegen, Nachbarn oder sogar ganzen Dörfern zusammen, weil ein Los nicht billig ist: Es kostet 200 Euro. Die meisten begnügen sich mit Zehntellosen, sodass sehr viele Menschen in den Genuss von zumeist kleineren Geldgewinnen kommen. Auch immer mehr Deutsche nehmen an der berühmten Lotterie teil.

Schüler singen Losnummer und Gewinn vor

Die Losnummern und die entsprechende Gewinnsumme wurden wie immer singend von Schülern des Internats San Ildefonso vorgetragen. Einige der Kinder hatten am Samstag Tränen in den Augen angesichts der großen Ehre, bei "El Gordo" dabei sein zu dürfen.

Schülerin des Internats San Ildefonso bei der Ziehung der spanischen Weihnachtslotterie

Schülerin des Internats San Ildefonso bei der Ziehung der spanischen Weihnachtslotterie

Foto: Eduardo Parra/Europa Press/dpa

Ein Millionenpublikum verfolgte die mehr als vierstündige Ziehung im Teatro Real wie immer live in Kneipen, Cafés oder zu Hause vor den TV-Schirmen.

Größter Gewinner: das Finanzamt

Der größte Gewinner der Lotterie steht schon vorher fest: das Finanzamt. Der spanische Staat kassiert allein 30 Prozent aus den Verkaufserlösen.

Allerdings wurde in diesem Jahr die Summe erhöht, ab der Steuern bezahlt werden müssen: Statt wie bisher bei Gewinnen ab 2500 Euro werden nun erst ab 10.000 Euro Abgaben fällig.

Steuerexperten des spanischen Finanzministeriums teilten mit, dass der Staat dieses Mal 188,7 Millionen Euro aus Lotterie-Steuern einnimmt, sechs Prozent weniger als im Vorjahr.

cop/dpa