Eltern-Studien Väterleid und Väterglück

Erfüllen Kinder eine Partnerschaft oder schaden sie ihr? Was für Väter wären Männer gern - und wie nah kommen sie an das Ideal heran? Zwei neue Studien geben Antworten.
Vater mit Kindern: Liebevoller Karrierist als Idealbild vom guten Vater

Vater mit Kindern: Liebevoller Karrierist als Idealbild vom guten Vater

Foto: Sebastian Kahnert/ dpa

Hamburg - Kinder oder keine Kinder? Die Frage, ob das erste Wort, die ersten Schritte verpasste Partys oder eine gebremste Karriere aufwiegen werden, lässt viele Paare ratlos zurück. Zwei aktuelle Studien zeigen jetzt, wie Männer das Thema Vaterschaft sehen.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der Zeitschrift "Eltern" bei Vätern nachgefragt. Ergebnis: Die Mehrheit ist froh über ihren Nachwuchs. 58 Prozent der rund tausend Befragten zwischen 20 und 55 finden, dass die Kinder ihr Leben glücklicher und erfüllter gemacht hätten. Immerhin ein knappes Drittel findet auch, dass die Partnerschaft nach der Geburt eines Kindes intensiver geworden sei. Unter den Vätern junger Kinder empfinden 65 Prozent ihren Nachwuchs als Bereicherung, in der Pubertät ihrer Kinder sind sich viele allerdings schon nicht mehr so sicher. Unter Vätern von 13- bis 17-Jährigen bejahen nur noch 47 Prozent die Frage.

Etwas mehr Zweifel am Vaterglück dürfte dagegen eine britische Studie schüren: In einer Umfrage der Open University unter 4500 Briten (Erwachsene, die in einer Beziehung leben) waren Männer ohne Kind im Durchschnitt glücklicher als Väter. Ganz anders ihre Partnerinnen: Frauen mit Kindern waren in der Studie glücklicher als alle anderen Gruppen, Frauen ohne Kinder dagegen am unglücklichsten.

Was das Zusammenleben von Mann und Frau angeht, ergibt sich auch in Großbritannien ein klares Bild: Kinderlose Paare äußern sich zufriedener mit ihrer Beziehung als solche mit Kindern. Es mag wenig wundern, dass die Umfrage ergab, dass die Kinderlosen mehr Zeit in ihre Beziehung investieren, als Eltern dies tun.

Liebevoller Karrierist als Idealbild

Auch die deutschen Väter geben an, für ihre Kinder Opfer zu bringen: Eine Mehrheit hat nach der Geburt deutlich weniger Zeit für sich selbst - und den Partner: Zu wenig Zeit für die Beziehung ist für Eltern der häufigste Grund für Streit.

Und längst nicht alle schaffen es, der Vater zu sein, der sie gerne wären. Wer ein idealer Vater ist, davon haben die meisten eine klare Vorstellung: ein liebevoller Karrierist. 81 Prozent meinen, ein guter Vater verbringe so viel Zeit wie möglich mit seinen Kindern. 61 Prozent glauben aber auch, dass sie genug verdienen müssten, damit es ihrer Familie gut geht. Laut Umfrage arbeiten nur vier Prozent der Väter in Teilzeit.

Zwar nehmen immer mehr Männer Elternzeit - bei jenen mit Kindern bis sechs Jahren haben das laut Studie sogar 38 Prozent getan. Doch die große Mehrheit von 80 Prozent bleibt lediglich bis zu zwei Monate mit dem Nachwuchs zu Hause. 41 Prozent der Befragten befürchten, dass die Elternzeit sich negativ auf ihre Karriere auswirken könnte.

Auch sonst verstehen viele ihre Rolle traditionell: Rumtoben und Regeln durchsetzen sieht die Mehrheit als ihre Domäne, die Kinder füttern, wickeln und schmusen überlassen sie lieber der Partnerin.

ade
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