Wegen Kirchenaustritt Eltern prügeln Sohn zu Tode

Weil er aus der Kirche austreten wollte, wurde er zu Tode geprügelt. In den USA ist ein 19-Jähriger während der Beichte ums Leben gekommen. Sein Bruder schwebt in Lebensgefahr.
"Word of Life"-Kirche in New Hartford: Hier soll sich die Tat abgespielt haben

"Word of Life"-Kirche in New Hartford: Hier soll sich die Tat abgespielt haben

Foto: AP/dpa

Stundenlang prügelten die Mitglieder der "Word of Life"-Kirche in New Hartford im US-Bundesstaat New York auf den 19-jährigen Lucas L. und seinen 17-jährigen Bruder Christopher ein. So lange, bis Lucas starb. Christopher kam mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus. Der Grund: Die beiden Teenager wollten aus der Kirchengemeinde austreten.

Die "Word of Life"-Kirche gilt als "verschlossen" und "geheimnistuerisch" - wie eine Sekte. So jedenfalls beschreiben sie die Anwohner der Kleinstadt New Hartford. Nicht einmal die Feuerwehr hätten die Kirchenmitglieder hereingelassen, als es vor ein paar Jahren einmal gebrannt hatte, sagte Polizeichef Michael Inserra.

Lucas und Christopher wollten dieser Enklave offenbar entkommen. Sie hätten den Wunsch geäußert, aus der Kirche auszutreten, sagte Inserra unter Berufung auf Kirchenmitglieder. Doch war das offenbar nicht so einfach: In einem "Therapiegespräch" hätten die Brüder ihre Sünde eingestehen und um Vergebung bitten sollen.

Mit Tritten und Schlägen seien die Fundamentalisten - darunter auch die Eltern von Lucas und Christopher - am Mittwoch auf die beiden Jugendlichen losgegangen, so Inserra. Mit Seilen seien sie gewürgt worden. "Wir wissen immer noch nicht, wie es dazu kam, dass die Situation so brutal eskaliert ist", sagte der Polizeichef.

Die Eltern der beiden Opfer und vier weitere Kirchenmitglieder wurden festgenommen. Sie müssen sich wegen Totschlags vor Gericht verantworten. Laut dem ermittelnden Staatsanwalt gehen die Behörden nicht davon aus, dass die Eltern ihren Sohn umbringen wollten. Sie hätten jedoch den beiden Brüdern ernsthafte Verletzungen zufügen wollen.

kry/AP
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