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26. März 2019, 16:34 Uhr

Väter in Elternzeit

"Ich wollte gar nicht raus aus dem Job"

Ein Podcast von , Axel Rahmlow und Markus Dichmann

Die meisten Väter nehmen keine Elternzeit. Warum? In der neuen Folge von "Drei Väter - ein Podcast" geht es um ungleiche Kinderbetreuung. Und um die Frage, ob Männer die Elternzeit als Lifestyle missbrauchen.

Diese Podcast-Folge müsste eigentlich "Drei privilegierte Väter" heißen. Denn heute geht es um die Elternzeit. Wir - Jonas Leppin, Axel Rahmlow und Markus Dichmann - haben uns alle bis zu einem halben Jahr von der Arbeit freistellen lassen. Die meisten Väter bleiben nach der Geburt ihres Kindes jedoch im Beruf.

Etwa 60 Prozent aller Väter in Deutschland nehmen überhaupt keine Elternzeit. Und das, obwohl sich 79 Prozent mehr Zeit für ihre Familie wünschen, so steht es im Väterreport des Bundesfamilienministeriums.

Woran liegt das? Ein Grund, der oft genannt wird: Der Arbeitgeber akzeptiert die Elternzeit nicht. Dabei konnten laut Väterreport 2018 in der Praxis keine längerfristigen beruflichen Nachteile nachgewiesen werden. Wie ernst sind also die Ängste vor Einkommensverlusten, beruflichen Nachteilen und organisatorischen Problemen im Job zu nehmen? Darüber sprechen wir.

"Ich hatte Hemmungen, so lange raus zu sein. Vielleicht die Reste dieser überholten klassischen Rollenverteilung", sagt einer von uns. Ein anderer hat sich seine Dienstpläne von damals noch mal genauer angeschaut: "Ich habe sehr viel gearbeitet, mir auch Arbeit gesucht. Ich wollte arbeiten und gar nicht raus aus dem Job."

Bisher haben wir über das Rollenbild des Vaters, die Geburt und die ersten Wochen gesprochen (Hören Sie hier Folge eins: "Die Geburt: Mittendrin und nur Statist", Folge zwei: "Rollenbilder: Ich wollte nicht Vater werden"und Folge drei: "Die ersten Wochen: Der Vater hat es leichter"). In der vierten Folge "Die Elternzeit: Wer übernimmt Verantwortung?" geht es um die Betreuung nach den ersten Wochen.

Missbrauchen Väter die Elternzeit als modernen Lifestyle?

Noch immer spielt dabei auch die gesellschaftliche Akzeptanz eine Rolle. Also die Frage: "Wie männerdominiert ist eine Branche?", sagt Oliver Schmitz. Im Podcast von SPIEGEL ONLINE spricht der Geschäftsführer eines Thinktanks zu Beruf und Familie über mögliche Ursachen ungleicher Elternzeitverteilung.

Schmitz fällt auf: "Väter, die im Sozialamt arbeiten und keine Elternzeit nehmen, werden schief angeschaut. Väter bei der Feuerwehr werden eher schräg angeschaut, wenn sie Elternzeit nehmen." Und oft können sich junge Familien die Elternzeit auch schlicht nicht leisten. "Die Frage, wer arbeiten geht, ist einfach eine ökonomische Entscheidung", so Schmitz.

Wer es sich leisten kann, länger von der Arbeit freigestellt zu sein, der gerät schnell in einen Hype um die Elternzeitreise. "Eine Lifestyle-Debatte um die Frage, wo man am besten hinreist, wenn der Vater diese beliebten zwei Monate Elternzeit nimmt. Kann man machen, aber dann bitte nicht erzählen, das sei jetzt das moderne Familienbild", schimpft einer von uns Vätern.

"Es ist völlig egal, wo jemand Zeit mit seinem Kind verbringt", sagt ein anderer von uns. "Die Hauptsache ist doch, dass ich es überhaupt tue. Eine Bindung durch gemeinsame Zeit entsteht überall." Und damit ist die Debatte eröffnet.

Was ist im Jahr 2019 ein guter Vater? Jede Woche will sich SPIEGEL ONLINE mit "Drei Väter - ein Podcast" dieser Frage nähern. Wir sprechen über Erwartungen an uns selbst, über Ansprüche von Müttern und der Gesellschaft. Dafür gehen wir raus, beobachten in Reportagen Väter, Mütter, Kinder oder sprechen mit Psychologen und Hebammen.

Dieser Podcast entsteht mit Unterstützung des Podcastlabels Viertausendhertz. Viertausendhertz produziert selbst Podcasts - zum Beispiel das Interviewformat "Elementarfragen". Hören Sie hier ein Gespräch mit dem Psychiater und Kabarettisten Manfred Lütz ("Irre - Wir behandeln die Falschen") über psychische Krankheiten, wo sie beginnen und weshalb sie noch immer stigmatisiert sind.

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