EM skurril Daimler-Chef gibt halbfinalfrei, Traktorfahrer gerät in Autokorso

Mittwochabend stehen die Bänder bei Daimler still: Alle Mitarbeiter der deutschen Werke bekommen halbfinalfrei. Ein 75-Jähriger aus Lauingen wird das Haus dann mit Sicherheit nicht verlassen. Während des türkischen Viertelfinales meldete ihn seine Familie als vermisst - und fand ihn samt Traktor in einem Autokorso.


Mitarbeiter von Daimler haben fußballfrei

Frankfurt am Main - Daimler-Chef Dieter Zetsche gibt seiner Belegschaft für das EM-Halbfinale am Mittwochabend fußballfrei. Alle Mitarbeiter in den deutschen Werken sollen das Spiel Deutschland gegen Türkei verfolgen können, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Wo deswegen welche Schichten ausfallen, werde bis zum Anpfiff am Mittwochabend von Standort zu Standort geregelt, sagte eine Konzernsprecherin der Zeitung.

Das deutsch-türkische Halbfinale hat in den Mercedes-Werken eine besondere Bedeutung: Die Türken stellen traditionell eine sehr starke Fraktion in der Belegschaft. Und der Vorstandsvorsitzende Zetsche kam am 5. Mai 1953 in Istanbul zur Welt. Sein Vater betreute damals als Bauingenieur ein Staudamm-Projekt bei Ankara. 1955 kehrte die Familie dann nach Deutschland zurück.

75-jähriger Traktorfahrer nimmt unfreiwillig an Autokorso teil

Lauingen/Dillingen - Ein 75 Jahre alter Rentner ist in Lauingen (Landkreis Dillingen) mit seinem Traktor unfreiwillig in einen Autokorso türkischer Fußballfans geraten. Wie die Polizei am Samstag in Dillingen mitteilte, hatte sich der frühere Landwirt am Freitagnachmittag auf dem Nachhauseweg von einem Recyclinghof mit seinem Traktor verfahren. Familienangehörige meldeten den Mann gegen 21 Uhr als vermisst. Daraufhin starteten die Beamten eine Suchaktion und fanden den Vermissten inmitten jubelnder Fans. Die Beamten verständigten die Angehörigen, die den 75-Jährigen samt Traktor sicher nach Hause brachten.

EM-Feier im Schlafanzug und Fan-Kopfkissen

Stuttgart - Ein neunjähriger türkischer Junge hat den Sieg seiner Nationalmannschaft über die Kroaten in der Nacht zum Samstag mit Tausenden Fans in Stuttgart feiern wollen. Wie die Polizei mitteilte, wurde der Junge von hupenden Autos geweckt und machte sich im Schlafanzug und mit seinem roten Fan-Kopfkissen um kurz vor 1 Uhr auf den Weg zu den Siegesfeiern. Sein Ausflug war aber nur von kurzer Dauer. Er wurde von einer Polizeistreife aufgegriffen und zurück zu seinen Großeltern gebracht, die den nächtlichen Ausflug ihres Enkels nicht bemerkt hatten.

phw/AFP/dpa



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