Anglikanische Kirche Erster Bischof outet sich öffentlich als homosexuell

Eine Zeitung drohte damit, Details über die Sexualität von Nicholas Chamberlain zu veröffentlichen. Der Bischof reagierte und äußerte sich selbst zu seiner Homosexualität. Er halte sich an die Regeln der Kirche und lebe im Zölibat.


Der Bischof der englischen Stadt Grantham hat sich als erster Bischof der anglikanischen Kirche öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt. Das berichtet der britische Guardian. Demnach habe Chamberlain gesagt, die langjährige, wenn auch zölibatäre, Beziehung zu seinem Partner sei kein Geheimnis gewesen. Die Pläne einer Zeitung haben ihn nun jedoch dazu bewegt, sich an die Öffentlichkeit zu wenden.

Eine Sonntagszeitung hatte angekündigt, über Chamberlains Homosexualität zu berichten. Der Bischof kam den Journalisten jedoch zuvor. Da er wusste, die Enthüllung würde "hohe Wellen" innerhalb der Kirchengemeinde schlagen, wollte er selbst das Wort übernehmen.

"Die Leute wissen, dass ich schwul bin. Aber es ist nicht das Erste, das ich jemandem über mich erzählen würde. Sexualität ist ein Teil von dem, was ich bin, aber ich möchte mich auf mein Amt konzentrieren, " sagte er dem "Guardian".

Nicholas Chamberlain

Nicholas Chamberlain

Chamberlain wurde im vergangenen Jahr zum Bischof geweiht. Alle Personen, die an diesem Prozess beteiligt waren - darunter auch der Erzbischof von Canterbury - wussten dem "Guardian" zufolge von Chamberlains Homosexualität. Demnach befolgen er und sein Partner die Regeln ihrer Kirche und leben enthaltsam. Eine Heirat ist auch ausgeschlossen.

Als der "schwule Bischof", so sagte Chamberlain dem "Guardian" wolle er nicht bekannt werden. Stattdessen hoffe er, seine Offenheit würde dazu führen, "dass man sagen kann, Grantham hat einen schwulen Bischof, der mit seinem Leben und seinem kirchlichen Amt weitermacht."

In der anglikanischen Kirchengemeinde dürfte der Fall dennoch für aufsehen sorgen. In den vergangenen zwei Jahren ist die Debatte über gleichgeschlechtliche Beziehungen immer wieder neu entfacht. Konservative Gläubige sehen die traditionellen Werte ihres Glaubens bedroht, während andere Teile der Kirchengemeinde bereits seit Längerem für einen offenen Umgang mit Homosexualität plädieren.

asc

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