Verfolgung in Tansania Entführtes Albino-Kind tot aufgefunden

Es war aus seinem Elternhaus im Nordosten Tansanias entführt worden, nun hat die Polizei die Leiche des Albino-Kleinkindes entdeckt. Dem Jungen wurden Arme und Beine abgehackt. Hinter der Tat steht ein gefährlicher Aberglaube.


Dodoma/Hamburg - Ein vor wenigen Tagen entführtes Albino-Kind in Tansania ist tot aufgefunden worden. Die Leiche des anderthalbjährigen Jungen habe in einem Waldstück im Nordosten des Landes gelegen, nahe seinem Heimatdorf Ilelema, bestätigte die Polizei. Dem Kind wurden Arme und Beine abgehackt.

Zwei Menschen, darunter der Vater des Kindes, stehen im Verdacht, mit der Tat in Verbindung zu stehen. Sie wurden verhört. Der Junge war am Sonntag aus seinem Elternhaus entführt worden. Bei dem Versuch, ihr Kind zu verteidigen, wurde die Mutter von den Entführern mit einer Machete schwer verletzt. Die Frau wird derzeit in einem Krankenhaus behandelt.

Eine der beiden Schwestern des toten Kindes, ein dreijähriges Albino-Mädchen, steht seit dem Überfall unter Polizeischutz. Die andere Schwester, ein zwölfjähriges Mädchen, sei bei Verwandten in einem anderen Dorf untergekommen, teilte die Polizei mit.

In Tansania werden immer wieder Albinos verschleppt und ermordet. Einem Aberglauben zufolge sollen sie Glück und Reichtum bringen. Selbsternannte Zauberer verwenden deren Haut, Knochen und Haare oft bei ihren Ritualen. Körperteile von Albinos werden nach Uno-Angaben für umgerechnet je rund 500 Euro verkauft, ein ganzer Leichnam wird mit bis zu 65.000 Euro gehandelt. Die tansanische Regierung hat mittlerweile eine Aufklärungskampagne gestartet, um der Gewalt gegen Albinos ein Ende zu setzen.

kis/AFP

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