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Erdbeben in Costa Rica: Schlammlawinen, Gebäudeschäden, Tsunamiwarnung

Foto: Red Cross/ dpa

Costa Rica Mehrere Menschen sterben bei Erdbeben

Häuser stürzten ein, Schlammlawinen wurden ausgelöst, stundenlang galt eine Tsunami-Warnung: Ein schweres Erdbeben hat die Pazifikküste von Costa Rica erschüttert. Mehrere Menschen kamen dabei ums Leben.

San José - Ein schweres Erdbeben hat im Nordwesten Costa Ricas nach ersten Berichten Gebäude einstürzen lassen, Stromleitungen gekappt und Schlammlawinen ausgelöst. Zwei Menschen sind dabei gestorben, wie die Vorsitzende des Katastrophenschutzes CNE auf einer Pressekonferenz mitteilte. Eine 55-jährige Frau starb demnach an einem Herzversagen in der Provinz Guanacaste, in der das Epizentrum des Bebens lag. Ein Bauarbeiter sei außerdem bei dem Zusammenbruch des Gebäudes umgekommen, an dem er gearbeitet hatte.

Eine Tsunami-Warnung für die Pazifikküsten der Region wurde inzwischen wieder aufgehoben. Fast drei Stunden lang war unklar gewesen, ob Riesenwellen ausgelöst wurden. Das Pacific Tsunami Warning Center hatte zunächst Alarm für Costa Rica, Panama, Nicaragua, El Salvador, Honduras, Mexiko, Kolumbien, Ecuador, Guatemala, Peru und Chile gegeben. Die Präsidentin Laura Chinchilla rief die Bevölkerung in einer Fernsehansprache zur Ruhe auf.

Der Ursprung des Bebens lag etwa 140 Kilometer westlich der Hauptstadt Costa Ricas. Der Boden wurde um 8:42 Uhr Ortszeit (16:42 deutscher Zeit) mit der Stärke 7,6 erschüttert, wie die nationale Erdbebenwarte RSN erklärte. Als Ursache gab sie die Subduktion (Unterschiebung) der Coco-Platte unter der Karibik-Platte in der Region der Nicoya-Halbinsel an. Das Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam sprach von einer Stärke von 7,5. Beben dieser Heftigkeit gibt es weltweit durchschnittlich nur etwa fünfmal pro Jahr.

Durch das Beben kam es zu Schäden an Gebäuden und auf Landstraßen, Telefon- und Stromleitungen wurden zum Teil unterbrochen, Schlammlawinen gingen ab. "Jeder weint, und die Telefonleitungen sind überlastet", sagte eine Hotelmitarbeiterin in der Region von Guanacaste im Südwesten des Landes der Nachrichtenagentur AP. In der Stadt Nosara im Nordwesten Costa Ricas hätten Bäume gewaltig gewackelt, Schulen seien geräumt worden.

aar/dpa/Reuters/AP

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