Südamerika Eine Deutsche bei Erdbeben in Ecuador umgekommen

Bisher hat das heftige Erdbeben in Ecuador mehr als 570 Menschen das Leben gekostet. Unter ihnen ist auch eine deutsche Staatsangehörige. Offenbar handelt es sich um eine Austauschschülerin aus Augsburg.
Zerstörtes Gebäude in Portoviejo, Ecuador

Zerstörtes Gebäude in Portoviejo, Ecuador

Foto: JUAN CEVALLOS/ AFP

Beim schweren Erdbeben in Ecuador ist auch eine Deutsche ums Leben gekommen. "Wir müssen leider bestätigen, dass unter den Toten auch eine deutsche Staatsangehörige ist", teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin mit.

Der Bürgermeister von Manta, Jorge Zambrano, erklärte laut Zeitung "El Telégrafo", dass es sich um eine 16-jährige Austauschschülerin handelte, die seit Monaten bei einer Familie in der Hafenstadt lebte. Die Schülerin stamme demnach aus Augsburg.

Nach Informationen des ecuadorianischen Fernsehsenders Teleamazonas kamen auch die fünf Mitglieder der Gastfamilie um, als das Einkaufszentrum einstürzte, in dem sie Schreibwaren einkauften. Nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft Ecuadors sind 13 Ausländer unter den bisher mindestens 577 Todesopfern des Bebens.

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Erdbeben in Ecuador: Die fieberhafte Suche nach Überlebenden

Foto: Christian Escobar Mora/ dpa

Das Beben der Stärke 7,8 hatte am Samstagabend vor allem einen rund 100 Kilometer breiten Küstenstreifen westlich der Hauptstadt Quito getroffen. Tausende wurden verletzt. Mehr als 25.000 Menschen kamen in Notunterkünfte. Nach mehr als 150 Vermissten werde gesucht.

Präsident Rafael Correa kündigte am Mittwochabend (Ortszeit) im Staatsfernsehen neue Steuern an, um den Wiederaufbau der Gebiete zu finanzieren . Dieser werde Milliarden US-Dollar kosten und Jahre dauern.

Das Geophysische Institut Ecuadors registrierte am Mittwoch in kurzer Folge zwei Nachbeben der Stärke 6,1 und 6,3 vor der Küste des Andenlandes. Es wurden jedoch keine weiteren Schäden gemeldet. Insgesamt erschütterten nach Angaben des Instituts bereits mehr als 620 Nachbeben die Provinzen Manabí und Esmeraldas.

Correa bedankte sich auch für die Solidarität im In- und Ausland. Innerhalb von 72 Stunden sei es gelungen, alle betroffenen Gebiete zu erreichen und mit dem Nötigsten zu versorgen. Rettungskräfte - darunter mehr als 1000 aus dem Ausland - hätten mehr als 50 Überlebende aus den Trümmern geborgen. Auch Helfer aus Deutschland sind im Einsatz, etwa vom Bündnis "Aktion Deutschland Hilft".

Im Video: Der lange Kampf nach der Katastrophe

SPIEGEL ONLINE
brt/dpa
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