Nach Erdbeben Japan hebt Tsunamiwarnung auf - keine größeren Schäden

Mindestens zwei Menschen sind bei dem Erdbeben im japanischen Fukushima leicht verletzt worden. Behörden haben die Tsunamiwarnung inzwischen aufgehoben. Bewohner sollten aber weiter vorsichtig sein.

Einsatzkräfte und Bewohner beobachten den Wasserpegel in Fukushima
REUTERS/Kyodo

Einsatzkräfte und Bewohner beobachten den Wasserpegel in Fukushima


Nach dem starken Erdbeben im Norden Japans haben die Behörden eine Tsunamiwarnung für die Pazifikküste wieder aufgehoben. Die Bewohner wurden jedoch weiter zu Vorsicht aufgefordert, wie der TV-Sender NHK berichtete.

Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi und einem weiteren AKW in der Nachbarprovinz Miyagi habe es keine Unregelmäßigkeiten gegeben. Auch die zwischenzeitlich ausgefallene Kühlung in einem Abklingbecken des Atomkraftwerks Fukushima Daini läuft den Angaben zufolge wieder.

Laut einem Regierungssprecher wurden zwei Menschen in Folge des Bebens leicht verletzt. Wie NHK berichtete, kam es zu einem leichteren Nachbeben. Auch in den kommenden Tagen könne es zu Erschütterungen kommen.

Die japanischen Behörden hatten ursprünglich vor einer bis zu drei Meter hohen Flutwelle gewarnt. Tatsächlich war sie maximal 1,40 Meter hoch, registriert wurde dieser Höchststand im Hafen der Stadt Sendai in der Provinz Miyagi. Im Bereich des Atomkraftwerks hätten die Wellen eine Höhe von rund einem Meter erreicht, teilte der Betreiber Tepco mit.

Kabinettsminister Yoshihide Suga bestätigte diese Angaben: "Es gab keine größeren Schäden an den Reaktoren Fukushima Daiichi oder Onagawa", sagte er in Tokio. Ministerpräsident Shinzo Abe wies die Behörden während eines Besuchs in Argentinien an, die Schäden zu begutachten und umgehend die nötige Hilfe zu leisten.

Einem Bericht der Agentur Kyodo zufolge brach nach dem Beben in der südlich von Fukushima gelegenen Stadt Iwaki ein Feuer in einer Raffinerie aus, das aber schnell wieder gelöscht wurde. Ein Sprecher der Stadtverwaltung, Nobuyuki Midorikawa, sagte: "Es war ein ziemlich starkes Beben, aber wir haben keine Berichte über Opfer erhalten."

Vor fünfeinhalb Jahren hatte ein gewaltiger Tsunami in Folge eines Bebens die Region schwer verwüstet, fast 20.000 Menschen starben. Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi war es damals zu einem Super-GAU gekommen.

Das Beben vom Dienstag ereignete sich in einer Tiefe von zehn Kilometern unter dem Meer vor der Küste Fukushimas und hatte eine Stärke von etwa 7,3. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge war es auch in der rund 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Tokio zu spüren.

Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben betroffenen Länder der Welt. Unter dem Inselstaat laufen vier Erdplatten zusammen, deren Reibung die Beben verursachen kann.

aar/dpa/AP/AFP



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