In heißem Zimmer verdursteter Junge Familie von totem Kleinkind sollte enger betreut werden

Ein Vater soll seinen zweijährigen Sohn eingesperrt haben, der Junge starb am Wochenende an einem Hitzeschock. Nun wird bekannt: Ab 1. August hätten Sozialpädagogen die Familie täglich unterstützen sollen.

Versiegelte Wohnungstür in Essen: Kindeswohlgefährdung soll nicht vorgelegen haben
KDF-TV & Picture Germany/dpa

Versiegelte Wohnungstür in Essen: Kindeswohlgefährdung soll nicht vorgelegen haben


In Essen starb am Wochenende ein Zweijähriger in einem Zimmer eingesperrt an einem Hitzeschock. Nach dem Fund des toten Jungen hat sich die Stadtverwaltung nun zur Rolle des Jugendamts geäußert.

Die Hilfe von Sozialpädagogen, die die Eltern von drei Kindern täglich zu Hause entlasten sollten, kommt demnach womöglich fünf Tage zu spät. Sie hätte am 1. August beginnen sollen, wie es in einer Mitteilung heißt. Die Stadtverwaltung teilt aber auch mit: Eine Kindeswohlgefährdung, "die eine sofortige Inobhutnahme der Kinder gerechtfertigt hätte, lag nicht vor".

Die Familie habe intensivere Hilfe bei der Erziehung und Förderung der Kinder benötigt, hieß es. Die Eltern sollten mit den Pädagogen einen kindgerechten Umgang erlernen. Betreut wurde die Familie bereits seit Ende 2018. Dennoch ist der Junge nun gestorben. Die Obduktion ergab laut Polizei, "dass das Kind aufgrund eines Kreislaufversagens in Folge eines Hitzeschocks" ums Leben kam.

Geschwister in Pflegefamilie vermittelt

Der 31-jährige Vater sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte er den Jungen mindestens 17 bis 18 Stunden nicht versorgt. Für das Kind sei die Zimmertür verschlossen gewesen.

Der Polizei zufolge wird dem Vater vorgeworfen, sein Kind verdurstet haben zu lassen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft äußerte sich der Vater nicht dazu, warum er den Jungen eingesperrt hatte. Die Mutter sei zu dieser Zeit nicht in Essen gewesen. Gegen sie ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Totschlags durch Unterlassen.

Wie die Polizei mitteilte, war der Mann schon wegen Kleinkriminalität polizeibekannt. Die Polizei beginne nun mit der Ermittlungsarbeit und befrage Zeugen. Bis zum Ende der Ermittlungen bleiben die ein und vier Jahre alten Geschwister des Jungen in der Obhut einer Pflegefamilie.

apr/dpa

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