Essen Weihnachtsmarkt setzt auf Beton-Tannen als Terrorschutz

Mit Betonklötzen, deren Form an Legosteine erinnert, versuchen viele Städte Veranstaltungen vor terroristischen Anschlägen zu schützen. Für ihren Weihnachtsmarkt probiert die Stadt Essen etwas Neues aus.

Betonsperren am Weihnachtsmarkt: Den Eingang "ansprechender gestalten"
Roland Weihrauch/ DPA

Betonsperren am Weihnachtsmarkt: Den Eingang "ansprechender gestalten"


Rund sechs Wochen vor Weihnachten bereiten sich viele Gemeinden bereits auf das Fest vor. Die Stadt Essen hat nun zu besonderen Maßnahmen gegriffen, um ihren Weihnachtsmarkt in der Adventszeit etwas aufzuhübschen. Statt der üblichen Betonsperren, mit denen Angriffe durch Autos oder Lkw verhindert werden sollen, hat die Verwaltung nun auch zehn Tannenbäume aus Beton angemietet.

Die "Tannenbäume" sind 1,80 Meter hoch, grün, wiegen drei Tonnen - und sollen ebenfalls vor Terroranschlägen schützen. Das Stadtmarketing lässt die Beton-Tannen am Eingang zum Weihnachtsmarkt aufstellen, den man direkt vom Hauptbahnhof erreicht. "Das ist für viele das Tor zum Weihnachtsmarkt. Wir wollten das etwas ansprechender gestalten als mit einfachen Betonklötzen", sagte eine Sprecherin.

Auch Schneemann aus Beton verfügbar

Das Stadtmarketing hat die Beton-Tannen bei einer saarländischen Firma gemietet. Der Hersteller der Tannen, Jürgen Beck, hat sich mit seiner Firma auf Terrorbarrieren spezialisiert. Er liefert dieses Jahr nach eigenen Angaben rund 300 Betonblöcke für Weihnachtsmärkte aus. Die Idee zu dem Geschäft kam Beck - der sonst unter anderem einen Imbiss auf Volksfesten betreibt - nachdem seine beiden Töchter als Verkäuferinnen an einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche den Anschlag 2016 miterlebt hatten.

Beck sagte: "Essen ist der erste Weihnachtsmarkt, den wir mit den Beton-Tannen bestücken. Wir haben aber noch ein paar auf Lager." Die Tannen habe er - ebenso wie einen Schneemann aus Beton - beim Patentamt angemeldet.

Weihnachtspostfiliale in Himmelpfort eröffnet

Ganz friedlich bereitet sich das brandenburgische Himmelpfort auf die Adventszeit vor. In dem Ort hat nun das beliebte Weihnachtspostamt geöffnet, der Weihnachtsmann bezog wieder die Postfiliale - um bis zum Fest Hunderttausende Briefe von Kindern aus aller Welt zu beantworten. Bislang trafen bereits rund 6000 Wunschzettel ein. Den längsten Weg legte bisher ein Brief aus Australien zurück.

2018 hatten insgesamt etwa 277.200 Kinder ihre Wünsche nach Himmelpfort geschickt, rund 10.300 Briefe davon kamen aus dem Ausland. Mehr als 20.000 Besucher gaben ihre Briefe auch persönlich im täglich geöffneten Weihnachtspostamt ab. Alle Briefe werden der Post zufolge vom Weihnachtsmann und seinen 20 Helferinnen bis Heiligabend beantwortet. Für eine rechtzeitige Antwort empfiehlt die Post, die Briefe noch vor dem dritten Advent abzusenden.

Wunschzettel nennen Konsolen, Spiele, Puppen

Himmelpfort ist die größte von bundesweit sieben Weihnachtspostfilialen der Deutschen Post, bei denen im vergangenen Jahr insgesamt fast 589.000 Wunschzettel eintrafen. Während sich jüngere Kinder nach Postangaben oft Gesellschaftsspiele, Bücher, Bausteine, Puppen, Fahrräder oder Raumschiffe wünschen, träumen die etwas Älteren vor allem von Spielkonsolen, Smartphones und Tablets.

Die weiteren Weihnachtspostämter befinden sich in Himmelsthür in Niedersachsen, Engelskirchen in Nordrhein-Westfalen, Himmelpforten in Niedersachsen, Himmelstadt in Bayern sowie Nikolausdorf in Niedersachsen und St. Nikolaus im Saarland. Die Adresse des Weihnachtsmanns in Himmelpfort lautet: An den Weihnachtsmann, Weihnachtspostfiliale, 16798 Himmelpfort.

Das Weihnachtspostamt in Himmelpfort gibt es seit 1984. Damals schickten zwei Kinder aus Berlin und Sachsen nach einem Ferienaufenthalt ihre Wunschzettel in den nordbrandenburgischen Ort.

apr/dpa



insgesamt 12 Beiträge
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Havel Pavel 14.11.2019
1. Ideen muß man haben
Hoffe die Dinger erweisen sich als sicher, nicht dass hier so ein Muselman auf den Dreh kommt und das Ding zu einer Rakete umfunktioniert. Vom Erscheinungsbild besteht ja bereits eine gewisse Ähnlichkeit.
Sleeper_in_Metropolis 14.11.2019
2.
Die Idee finde ich super. Ich hoffe nur, das man die Betontannen vorher auch mal getestet hat. Nicht, das sich zwischen den einzelnen "Scheiben" ungewollt eine Sollbruchstelle ergibt und das Teil bei einem stärkeren Anprall einfach in seine Einzelteile zerfällt.
FescheLola 14.11.2019
3.
Gute Idee, schlechte Ausführung. Mit einem natürlich wirkenden Grünton und ggf. ein paar Farbkreisen als stilisierte Kugeln hätten die "Tannen" nett aussehen können. So ist es ein weiteres Beispiel von: "gut gemeint, schlecht gemacht".
Newspeak 14.11.2019
4. ...
Wenn die Sicherheitskraefte ihre Arbeit machen wuerden, waeren solche Dinge absolut unnoetig. Will man den oeffentlichen Raum nur weiter hochruesten? Wie wird es in 50 Jahren aussehen, jeder Weihnachtsstandsverkaeufer bekommt eine Uzi?
knok 14.11.2019
5.
Ich denke, Weihnachtsmärkte sind nicht allzu gefährdet vom Terror. Die potentiellen Opfergruppen, Muslime, Juden, demokratische Aktivisten und Dunkelhäutige, sind dort nicht häufiger anzutreffen als Allgemein. Vielleicht wäre es vernünftiger, Moscheen, Synagogen und Parteizentralen vor den Terroristen zu schützen und dem Terror nahestehende Organisationen wie die "Identitäre Bewegung", "Pegida" oder den "Flügel" gründlicher zu durchleuchten. Ansonsten gilt: Wer in Freiheit leben will, kann keine hundertprozentige Sicherheit bekommen. Leben ist gefährlich. Etwa 0.3% der Menschen starben in den letzten Jahren durch Autos, je ca. 10% durch Rauchen und Alkohol. Durch Terror nicht einmal 0.001%.
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