Zeitzeugin des Holocausts Auschwitz-Komitee gedenkt Esther Bejaranos

Blumen, Kerzen und Botschaften: Das Auschwitz-Komitee hat am Platz der Bücherverbrennung in Hamburg eine kleine Gedenkfeier für Esther Bejarano organisiert. Die Holocaust-Überlebende starb im Alter von 96 Jahren.
Hamburg: Blumen, Kerzen und Botschaften für gestorbene Esther Bejarano

Hamburg: Blumen, Kerzen und Botschaften für gestorbene Esther Bejarano

Foto: Jonas Walzberg / dpa

Am Platz der Bücherverbrennung in Hamburg hat das Auschwitz-Komitee am Samstagabend mit einer kleinen Zeremonie der gestorbenen KZ-Überlebenden Esther Bejarano gedacht. Freunde, Bekannte und Interessierte legten Blumen, Kerzen und Botschaften ab und hielten gemeinsam kurz inne.

Die Musikerin und Aktivistin war am frühen Samstagmorgen nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 96 Jahren in ihrer Wahlheimat Hamburg gestorben. Bejarano war Vorsitzende des Auschwitz-Komitees. Sie engagierte sich jahrzehntelang gegen Rechtsextremismus und Rassismus, wofür sie zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Sie überlebte den Holocaust, weil sie im Mädchenorchester von Auschwitz spielte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging sie zunächst nach Israel, kehrte aber später nach Deutschland zurück. Als Zeitzeugin besuchte sie fortan unter anderem Schulen. Sie gehörte zu den Gründern des Auschwitz-Komitees in Deutschland und setzte sich zuletzt etwa noch dafür ein, den 8. Mai als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus zum Feiertag zu erklären.

Zusammen mit ihrem Sohn Joram und ihrer Tochter Edna sang sie jüdische und antifaschistische Lieder, zuletzt tourten sie mit der Kölner Hip-Hop-Band Microphone Mafia durch Deutschland. Im Mai dieses Jahres hatte Bejarano noch mit einer Lesung an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten in Hamburg erinnert.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) erklärte, Bejarano habe es sich zur Lebensaufgabe gemacht, »für Demokratie, Toleranz und Menschlichkeit einzutreten«. Unermüdlich habe sie »an die Schrecken des Nazi-Regimes und die Ursachen von Ausgrenzung, Krieg und Gewalt« erinnert. Hamburg verliere »eine außergewöhnliche Bürgerin, die sich bis ins hohe Alter für das Gemeinwohl engagierte«.

Das Auschwitz-Komitee und ihre Familie würdigten sie in einer gemeinsamen Erklärung als »großartige, mutige und unerschütterliche Frau«. Ihre Familie sowie ihre Freundinnen und Freunde seien »in den letzten schweren Tagen« bei ihr gewesen.

wit/dpa/AFP
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