Ethische Anlagen
Katholische Bank investiert in Verhütungsmittel-Hersteller
Der Papst kritisiert Verhütungsmittel - die katholische Pax-Bank macht nach SPIEGEL-Informationen Geschäfte, die im Widerspruch dazu stehen. Das Geldhaus investiert in einen US-Pharmariesen, der Pillen zur Empfängnisverhütung produziert, außerdem in Rüstungs- und Tabakkonzerne.
Papst Benedikt XVI.: Katholische Bank mit eigenen Strategien
Foto: A1809 epa ansa Tonino Di Marco/ dpa
Die katholische Pax-Bank in Köln hat im März umgerechnet 158.867 Euro in Wertpapiere des US-Pharmaproduzenten Wyeth angelegt. Dieser stellt unter anderem Pillen zur Empfängnisverhütung her.
Dass eine Papst-Enzyklika von 1968 die künstliche Kontrazeption ablehnt, erschien dem Geldhaus angesichts lockender Rendite offenbar nachrangig. Dabei schreibt die kirchliche Liga Bank, die den Fonds mit auflegt, es werde angestrebt, nicht in Firmen zu investieren, die Kontrazeptiva herstellen oder vertreiben.
Auch sonst scheint der Pax-Bank, deren Anleger hauptsächlich kirchliche Institutionen oder einzelne Gemeinden sind, weltlicher Zins den Blick auf christliche Ethik zu trüben. So hat der Fonds im März 577.970 Euro in den Rüstungsriesen BAE Systems angelegt - er produziert Atom-U-Boote und Kampfflugzeuge.
Zusätzlich hielt die Bank Aktien der Tabakkonzerne British American Tobacco und Imperial Tobacco für 870.950 Euro. Auf ihrer Homepage wirbt die Pax-Bank für ethisch unbedenkliche Geldanlagen, die Bereiche wie Rüstung oder Tabak ausschließen und mit Vermögen ganz im Sinne der katholischen Kirche umgehen. Die Bank nahm zu den Vorwürfen nicht Stellung.
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