"Flüchtlinge haben Anrecht auf Schutz" Evangelische Kirche hält Trump-Einreisestopp für unchristlich

Der Chef der Evangelischen Kirche Deutschlands, Heinrich Bedford-Strohm, attackiert US-Präsident Trump: Es sei mit christlichem Verständnis nicht vereinbar, Flüchtlinge und Muslime auszusperren.

Heinrich Bedford-Strohm
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Heinrich Bedford-Strohm


Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat den von US-Präsident Donald Trump verhängten Einreisestopp gegen sieben überwiegend muslimische Länder scharf kritisiert. "Ich setze sehr darauf, dass die erst wenige Tage im Amt befindliche Administration angesichts des Protestes der weltweiten Zivilgesellschaft ihr Handeln überdenkt", sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm der "Heilbronner Stimme".

"Flüchtlinge und Vertriebene haben ein Anrecht auf Schutz. Der Mensch, nicht nur der Christ - das ist unsere Überzeugung als Christen -, ist geschaffen zum Bilde Gottes und deswegen unendlich kostbar."

Erlass gelockert

Es sei eine zutiefst christlich gegründete Einsicht, wenn es in Artikel 1 des Grundgesetzes heiße, dass die Würde des Menschen unantastbar sei, sagte Bedford-Strohm. Es heiße nicht, die Würde des Christen sei unantastbar.

Trump hatte in dem Erlass zunächst bestimmt, dass Visa für Bürger aus dem Irak, dem Iran, dem Jemen, Libyen, Somalia, Syrien und dem Sudan für 90 Tage ausgesetzt werden. Der Erlass beinhaltet auch einen viermonatigen Stopp aller Flüchtlingsprogramme. In den vergangenen Tagen wurde der Erlass gelockert, er betrifft seit jüngstem nicht mehr Greencard-Inhaber und Doppelstaatler, die einen Pass aus einem nicht inkriminierten Land besitzen.

sms/dpa

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insgesamt 13 Beiträge
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360° 02.02.2017
1. Bigotterie
Diese Bigotterie einiger Amtsträger wird für mich immer unerträglicher. Wieso hat er sich nicht unter Obama zu Wort gemeldet? Dennd er hat auch niemanden aufgenommen. Oder kaum jemanden. Wie viele Syrer wurden unter Obama aufgenommen? 5000, 10 000? Oder weniger? Über einen Zeitraum von 8 Jahren. Der Witz an dem Dekret von Trump ist ja, dass schon vorher kaum einer aus Syrien eine Chance hatte, in die USA zu kommen. Aber da haben Leute wie er geschwiegen. Deshalb empfinde ich seine jetzige Empörung als unehrlich. Bigott.
wandfarbe 02.02.2017
2.
Jedes Land und jede Gesellschaft hat ihr eigenes Recht zu entscheiden, mit wem sie leben ergo ins Land lassen will. Möchten die Amerikaner keine Moslems im Land, so ist das ihr gutes Recht, auch wenn andere Gemeinschaften das anders sehen. Ich befürchte auch, dass Art. 1 des GG in den USA nicht gilt.
purple 02.02.2017
3. Amerika wird zur Diktatur
Zitat von 360°Diese Bigotterie einiger Amtsträger wird für mich immer unerträglicher. Wieso hat er sich nicht unter Obama zu Wort gemeldet? Dennd er hat auch niemanden aufgenommen. Oder kaum jemanden. Wie viele Syrer wurden unter Obama aufgenommen? 5000, 10 000? Oder weniger? Über einen Zeitraum von 8 Jahren. Der Witz an dem Dekret von Trump ist ja, dass schon vorher kaum einer aus Syrien eine Chance hatte, in die USA zu kommen. Aber da haben Leute wie er geschwiegen. Deshalb empfinde ich seine jetzige Empörung als unehrlich. Bigott.
Dass Amerika schon lange kein Hort der Menschenrechte mehr ist, ist leider wahr. Jetzt habe wir aber eine neue Qualität. Es ist ein Mann an der Regierung, der Amerika in die Diktatur führen wird. Daher ist jetzt weltweiter Widerstand nötig und ich fürchte, daß unsere Regierung wieder einen auf Appeasementpolitik machen wird, so wie Merkel jetzt Wahlhilfe für Erdogan betreibt. Es wird ins Chaos führen - so wie bei Chamberlain.
hevopi 04.02.2017
4. Die Kirche sollte sich aus diesen
ganzen politischen Fragen raushalten. Die hat doch genug damit zu tun, selbst demokratisch und fair mit den Menschen umzugehen, ich denke nur an "Limburg".
Selene Sterntaler 05.02.2017
5. Attacke
Der Kirchenmann "attackiert". Weiß er auch, dass jedwede Attacke die Welt nicht heilt sondern verwundet? Es kommt nicht darauf an, mit welchen Glaubenssätzen jemand seine Streitaxt beschriftet, sondern vielmehr kommt es darauf an, ob jemand die Streitaxt benutzt. Es könnte sein, dass die Nutzung einer mit Glaubenssätzen beschrifteten Streitaxt ein Irrtum des Gläubigen ist. **Alle unsere Streitigkeiten entstehen daraus, dass einer dem anderen seine Meinung aufzwingen will.** (Gandhi)
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